Das Wörterbuch des NLP

a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z

Placebo-Effekt Das Wort "placebo" kommt aus dem lateinischen und bedeutet "ich werde gefallen". Ein Placebo ist ein Heilverfahren (eine Pille, eine Spritze, ein chirurgischer Eingriff, ein psychotherapeutisches Verfahren), das keine "wirklichen" Wirkungen hat (z.B. eine Pille, in der nur Traubenzucker enthalten ist). Ein Placebo-Effekt entsteht, wenn ein Placebo nachweisbare Wirkungen hervorruft (z.B. Schmerzen lindert), ohne dass ein genauer Wirkungs-Mechanismus bekannt ist. Placebo-Effekte werden vor allem durch psychische Faktoren "erklärt": von den Erwartungen der Patienten, dem Ruf einer Behandlungsmethode, oder dem Glauben des Arztes an seine eigene Diagnose.

Placebo-Effekte sind in Hunderten Untersuchungen genau erforscht. Man weiß z.B., dass die Größe, Form oder Farbe einer Pille einen systematischen Einfluss auf ihre Wirksamkeit haben kann. Fast jedes Verfahren kann - im entsprechenden Setting verabreicht- bei gut 30 - 40 Prozent der Patienten (je nach Suggestion) toxische (giftige) oder heilende Wirkungen hervorrufen. Vermutlich handelt es sich um ein generelles Problem jeder "Behandlungsmethode" (inklusive NLP!). In der Gedanken-Welt des NLP sind Placebo-Effekte ein Indiz für die Wirksamkeit mentaler Repräsentationen, im besonderen von Beliefs, von Framings und von hypnotischer Sprache (z.B. verkörpert durch die Autorität des Arztes, der unverständliche Fremdworte mit hohem Prestige-Gehalt verwendet).

© Lucas Derks 1997

Literatur: Dilts 1993 (1990), 27ff. Eine Zusammenfassung vieler Studien zu Placebo-Effekten findet sich bei Murphy 1994 (1992), 262ff.

 

© Walter Ötsch