BAGEL

Was hat ein Bagel mit NLP zu tun?

Im NLP Kontext ist BAGEL nichts Essbares, sondern ein Akronym, also ein Kunstwort. Die 5 Buchstaben von BAGEL stehen für die Anfangsbuchstaben der 5 wichtigsten Dinge, auf die du achten solltest, wenn du verstehen willst wie ein Mensch denkt und tickt. Mit ein bisschen Übung und Hintergrundwissen über BAGEL wird es dir leicht fallen, die Denkweise und die interne Welt deines Gegenübers zu erforschen und damit die Qualität deiner Kommunikation um ein Vielfaches zu verbessern.

Wofür steht BAGEL?

Die 5 Elemente von BAGEL sind…

B … Body Posture (Körpersprache)
A … Accessing Cues (Zugangshinweise)
G … Gestures (Gesten)
E … Eye Movements (Augenbewegungen)
L … Language Patterns (Sprachmuster)

… und das alles kannst du wahrnehmen, wenn du dich auf dein Gegenüber einlässt. Im Folgenden erfährst du Genaueres über die einzelnen Elemente von BAGEL.

BAGEL – Body Posture (Körpersprache)

Hast du schon mal bewusst die Körpersprache von anderen Menschen wahrgenommen? Wenn du das nächste Mal einen Menschen beobachtest, achte vielleicht mal bewusst auf folgende Dinge im Detail.

– Wie ist seine Körperhaltung? Aufrecht oder gebückt, nach vorne oder nach hinten geneigt?
– Wie ist seine Körperspannung? Gibt es eher viel oder deutlich wenig Spannung?
– Wie bewegt sich der Mensch? Schnell oder langsam, viel oder wenig, rhythmisch oder unrhythmisch?

Was deine Erkenntnisse und Beobachtungen bedeuten, erfährst du weiter unten im Text („Welche Erkenntnisse gewinne ich durch BAGEL?“).

BAGEL – Accessing Cues (Zugangshinweise)

Abgesehen von der Körperhaltung gibt es noch weitere Dinge, die du beim Beobachten eines Menschen wahrnehmen kannst.

– Wie ist seine Mimik? Sind die Augenbrauen zusammengezogen oder entspannt?
– Wie klingt seine Sprache, und wie sind die Stimme und der Sprechrhythmus?
Deutlich oder undeutlich, hoch oder tief, weich oder hart, schnell oder langsam?
– Ist die Atmung tief oder eher flach?
– Wie ist die Position des Kopfes? Gerade oder leicht geneigt?

Ja, das sind wirklich schon Feinheiten, auf die du hier achten kannst. Wenn du immer wieder genau hinsiehst und hinhörst um ein Gefühl für dein Gegenüber zu bekommen, kannst du nicht nur deine Wahrnehmungsgenauigkeit trainieren. Du wirst außerdem beginnen, Menschen immer besser zu verstehen, und kannst deinem Gegenüber gleichzeitig das Gefühl geben, wirklich verstanden zu werden.

BAGEL – Gestures (Gesten)

Auch die Position der Hände liefert dir entscheidende Hinweise.
Was macht ein Mensch bevorzugt mit seinen Händen? Gestikuliert er eher im oberen Bereich des Körpers (Kopf) oder eher im unteren Bereich (Rumpf)? Wie bewegt er die Hände? Schnell, langsam, rhythmisch, etc.? Und berührt sich jemand vielleicht hin und wieder mit den Fingern im Gesicht?

Was die einzelnen Gesten bedeuten, erfährst du weiter unten im Text („Welche Erkenntnisse gewinne ich durch BAGEL?“).

BAGEL – Eye Movements (Augenbewegungen)

Hast du dich schon mal gefragt, was es bedeutet, wenn ein Mensch während einem Gespräch die Augen nicht nur auf dich gerichtet hat, sondern manchmal in verschiedene Richtungen blickt? Tatsache ist, die Augenbewegungen eines Menschen geben dir einen Hinweis darauf, wie der Mensch Informationen verarbeitet und erinnert.
In einigen Filmen und Serien wurde NLP auch dafür bekannt, dass man anhand der Augenbewegungen erkennen kann, ob ein Mensch lügt oder nicht. Das ist und bleibt leider Fiktion, allerdings erkennst du anhand der Augenbewegungen, in welchem Repräsentationskanal ein Mensch sich gerade aufhält und ob er sich an etwas erinnert oder sich etwas Neues vorstellt. Einen groben Überblick darüber, was die Augen dir verraten, bekommst du weiter unten im Text („Welche Erkenntnisse gewinne ich durch BAGEL?“), und schon im NLP Practitioner wirst du intensiv damit arbeiten und üben, anhand der Augenbewegungen die Art der Gedanken deines Gegenübers zu erkennen.

BAGEL – Language Patterns (Sprachmuster)

Hier geht es darum zu erkennen, welche Worte und Sprachmuster ein Mensch gerne verwendet. Was denkst du, wie viele Möglichkeiten gibt es, um jemandem mit einem Satz mitzuteilen, dass du seiner Meinung bist? Abhängig davon, ob du eher visuell, auditiv oder kinästhetisch bist, wirst du das entsprechend deinem primären Repräsentationssystem formulieren.

Das sehe ich auch so. (visuell)
Da stimme ich zu. (auditiv)
Das fühlt sich richtig an. (kinästhetisch)
Das trifft ganz meinen Geschmack. (olfaktorisch, gustatorisch)

Diese Dinge bedeuten doch im Grunde genommen dasselbe, oder? Hör genau hin, welche Worte ein Mensch verwendet, und du wirst erkennen, was sich in seinem Kopf abspielt. Genauere Informationen darüber findest du im nächsten Absatz („Welche Erkenntnisse gewinne ich durch BAGEL?“).

Welche Erkenntnisse gewinne ich durch BAGEL?

Die 5 Elemente von BAGEL zusammen geben dir Auskunft darüber, welches das primäre Repräsentationssystem eines Menschen ist. Ist dein Gegenüber ein visueller Typ, eher auditiv, oder ist er ein Kinästhet? Mit BAGEL und der folgenden Tabelle findest du es heraus, und du wirst bemerken, dass sich die Qualität deiner Gespräche um Klassen verbessert wenn du das primäre Repräsentationssystem eines Menschen erkennen und spiegeln kannst – also wenn du dich deinem Gegenüber bezogen auf BAGEL angleichst. Viele Übungen und Tipps dazu welche Möglichkeiten dir BAGEL im alltäglichen Leben bietet, bekommst du in deiner NLP Ausbildung.


Visuell

Auditiv Kinästhetisch
Body Posture Aufrechte Körperhaltung,
hohe Spannung,
Kopf nach oben geneigt,
Hände im oberen Bereich
Ausbalancierte Körperhaltung, Körper leicht nach vorne geneigt

Schultern eher nach vorne geneigt, Körper eher ruhig, zusammengekauert, wenig Körperspannung

Accessing Cues Augenbrauen leicht zusammengezogen, schnelles Sprechen, eher hohe Tonlage, flache Atmung Augenbrauen leicht zusammengezogen, ausgeglichene Tonalität,
resonante und deutliche Sprache, Melodie in der Stimme
Entspannter Tonus, tiefe Stimme, langsames Sprechen, weiche und angenehme Stimme, tiefe Atmung
Gestures keine Gesten, oder schnelle Gesten eher im oberen Bereich des Körpers kleine rhythmische Bewegungen,
oft Finger im Gesicht, vorrangig am Ohr oder am Mund
Gestikuliert viel, aber langsam und entspannt, Hände bevorzugt im unteren Bereich des Körpers (Bauch, Brustkorb, Schenkel)
Eye Movements
Blick nach rechts oder links oben

Blick gerade nach rechts oder links Blick meist nach rechts unten
Language Patterns Bevorzugte Worte beschreiben das Sehen:
Erzählt von Farben, Formen und Optik – wie sehen Dinge/ Menschen aus?

Typische Redewendungen:
Kannst du dir ein Bild davon machen? Wie siehst du das?

Bevorzugte Worte
beschreiben das Hören:
Erzählt von Gesprächen und Inhalten – wer hat was gesagt.

Typische Redewendungen:
Das hört sich gut an,
das klingt gut,
das ist stimmig.

Bevorzugte Worte
beschreiben das Fühlen:
Erzählt, wie es ihm gegangen ist – wie hat er sich gefühlt?

Typische Redewendungen:
Das fühlt sich gut an,
das ist sehr bewegend