(1) Der Begriff der Utilisation ist ein zentraler Begriff des
Ansatzes von Milton Erickson. Er besagt im Kern, alles, was von
einer Person kommt für den therapeutischen Prozeß zu nützen: "Was
immer eine Person tut, es ist genau das, was ihr ermöglicht, sich
zu ändern" (Gilligan 1991 (1987), 49). Utilisieren bedeutet alles zu nützen, was vom Klienten kommt,
z.B. seine Sprache, seine Interessen und Motivationen, seine
Beliefs und
Werte, seine
Verhaltensweisen und Symptome, und sogar seinen "Widerstand" (O´Hanlon 1995 (1987), 38). Utilisieren bedeutet, niemals gegen die Energie zu kämpfen,
die von einer anderen Person entgegengebracht wird (Bandler und Grinder 1994c (1979), 209).
Ericksons Vorgangsweise war es, sich vorerst seinen Klienten
extrem anzupassen, sie
genau zu beobachten, auf minimale
Zugangs-Hinweise zu achten und sie auf vielen Ebenen zu
spiegeln. Erickson war ein Meister dafür, tiefen
Rapport mit seinen Klienten zu erlangen. Das ermöglichte ihm, mit dem
Unbewußten seiner Klienten in Kontakt zu treten, und sie wirkungsvoll zu
führen. "Widerstand" war für ihn kein Verhaltens-Merkmal des Klienten,
sondern ein Interaktionsphänomen, welches durch einen geschulten
Therapeuten gewinnbringend genutzt werden konnte. NLP hat diesen
Gedanken in seine
Grundannahmen übernommen.
(2) Von Utilisation spricht man auch, wenn Erkenntnisse, Fertigkeiten,
Verhalten, Zustände ... gezielt eingesetzt werden. So spricht
man von der Utilisation von
Strategien, die vorher erkundet wurden. Eine
Trance-Utilisation ist die Verwendung des Trance-Zustandes für therapeutische Zwecke.