
Modellieren bezieht sich auf eine Person, auf ein Modell. Modellieren
kann mit unterschiedlichem Abstraktionsgrad und mit unterschiedlicher
Komplexität erfolgen. Letztlich kann alles an einer Person modelliert
werden, womit NLP das
Verhalten von Menschen (in einem umfassenden Sinn) beschreibt.
Beispiele sind das Modellieren der
Physiologie, von
Beliefs und
Werten, von
inneren Zuständen, von
Strategien und
Meta-Programmen.
Je nach Aufgabe, Zielsetzung und Komplexität können Modellierungsprozesse sehr unterschiedlich sein.
Mögliche Schritte sind (vgl. O´Connor und Seymour 1996 (1990), 276f.; Weerth 1994 (1992), 121f .- mit Verweis auf Dilts und Hollander 1990 - und Walker 1996, 29f.):
(1) Festlegung der Ziele des Modellierungs-Prozesses (davon hängt
auch die Genauigkeit ab, mit der Informationen gesammelt werden
sollen)
(2) Auswahl des Modells (Modelle können auch fiktive Personen
sein).
(3) Informations-Sammlung beim Modell. Die Methoden dazu können
sein: (a) ein Modell befragen, (b) es veranlassen, exzellente
Tätigkeiten zu tun oder davon zu sprechen, (c) das Nachspielen
/ Nachahmen eines Modells aus der zweiten
Wahrnehmungs-Position - mit unterschiedlichen Graden von Identifikation.
(4) Aus der Position eines externen Beobachters / einer externen
Beobachterin: Festlegung der (für das Ziel) relevanten Elemente
des Modells. Dabei wird versucht, das komplexe (äußere und innere)
Verhalten des Modells auf seine Kern-Elemente zu reduzieren. Dies
kann dadurch erreicht werden, daß gewisse Elemente weggestrichen
werden, um herauszufinden, was wesentlich ist und was nicht.
(5) Entwurf einer formalen Struktur, in welchem die Kern-Elemente
kohärent angeordnet sind, d.h. Bildung eines (formalen) Modells
über das (persönliche) Modell. (Die formale Struktur des Modells
kann eine
Strategie sein oder eine Strategie enthalten,
Strategien erkunden).
(6) Unter Nutzung unterschiedlicher Wahrnehmungs-Positionen:
Übertragung, Erprobung und Anpassung des formalen Modells auf
die Ziel-Personen: auf den Modellierer selbst, auf Klienten, auf
Schüler, ... (
Strategien installieren).
Zusammenfassend: "Beim Modellieren wird versucht, einen Prozeß begrifflich so abzubilden, daß es Dritten möglich ist, diesen Prozeß einzuüben" (Walker 1996, 29).
Modellieren kann auf viele Arten durchgeführt werden. Das Spektrum
reicht vom unbewußten und informellen Modellieren (das wir ständig
mit anderen machen) bis hin zu anspruchsvollen, komplexen Modellierungs-Strategien
von Höchstleistungen in verschiedenen Bereichen (z.B. das High-Quality-Project
im Bereich der Wirtschaft, das O´Connor und Seymour 1996 (1990), 302f. erwähnen). Modellieren ist ein natürlicher Prozeß. Kinder modellieren
intuitiv ihre Eltern und andere Personen, und lernen so auf unbewußte
Weise komplexe Verhaltensweisen, Einstellungen, Sichtweisen, ...
(Albert Bandura 1962 beschreibt diese Phänomene als "Modelllernen"). Im NLP versucht
man, Prozesse dieser Art rational nachzuvollziehen:
(a) in einfache Zusammenhänge zu übersetzen, die man sich selbst
und anderen erklären kann, und
(b) in einfachen
Prozeß-Schritten festzuhalten, die man sich selbst und anderen lehren kann. NLP
geht davon aus, daß Exzellenz erlernt und trainiert werden kann.