Wahrnehmungs-Training Genaues Wahrnehmen

Wahrnehmungs-Typen Manche Menschen verwenden allgemein oder in bestimmten Situationen ein bestimmtes Repräsentations-System so häufig, daß man von einem bevorzugten Repräsentations-System sprechen kann. Personen, die z.B. das visuelle Repräsentations-System bevorzugen, gehören dem visuellen Wahrnehmungs-Typ an. Die Wahrnehmungs-Typen werden in NLP anhand von Zugangs-Hinweisen identifiziert, insbesondere durch sprachliche Prädikate und Augenbewegungen. Wollen Sie herausfinden, welchem Wahrnehmungs-Typus Sie angehören? Zwei kleine Tests dazu Beispiele für Konflikte, wenn der Partner ein anderer Wahrnehmungs-Typus ist.

Walt-Disney-Strategie Eine Kreativitäts-Strategie, die Robert Dilts durch Modellieren von Walt Disney entwickelt hat. Die Walt-Disney-Strategie ist ein Modell für produktive Kreativität: eine Kreativität, die sich in konkreten Ergebnissen niederschlagen soll. Sie basiert auf drei Phasen, die unterschiedlichen inneren Zuständen entsprechen: (1) die Phase des Träumers (der Träumerin), (2) die Phase des Realisten (der Realistin) und (3) die Phase des Kritikers (der Kritikerin).

(1) Der Träumer (die Träumerin) ist ein Zustand, in dem neue Ideen entstehen und fließen. Hier konstruieren sich Menschen fast keine Grenzen und Einschränkungen. Es geht um Ideen, Gedanken, Phantastereien, - nicht darum , was davon verwirklicht werden kann. Der Träumer entwickelt Ziele und Visionen. Er ist vor allem visuell und konstruiert visuelle Zukunfts-Bilder. Er ist assoziert im Zustand des Träumens und konstruiert dissoziierte Zukunfts-Bilder (wo eine Person sich selbst in der Zukunft sieht).

Nach Dilts und Epstein kann die Fähigkeit zu "träumen" gedanklich trainiert werden, z.B. (a) indem man habitualisierte Vorgänge im Alltag (Dinge, die ganz automatisch ablaufen, wie Zähneputzen) gedanklich anders ablaufen läßt, (b) sich gedanklich vorzustellen, daß Dinge ganz anders funktionieren, (c) Dinge mit der linken Hand zu tun (für Linkshänder mit der rechten Hand), (d) ungewohnte Körperhaltungen oder Bewegungen zu machen, und dabei an Lösungen zu denken. NLP-Ideen im engeren Sinn sind z.B. (a) sich etwas total Nutzloses ausdenken, die Repräsentations-Systeme und Untereigenschaften dieser Vorstellung erkunden, und dann die Untereigenschaften solange verändern, bis etwas Wertvolles darin entdeckt werden kann. (b) alle Augen-Positionen rasch nacheinander durchgehen und sich dabei beobachten, in welcher Stellung neue Ideen kommen, (c) geignete Kreativitäts- Strategien anhand der Augenmuster rasch nachvollziehen, z.B. mehrmals im Kreis die Abfolge: Visuell konstruiert - visuell erinnert - Innerer Dialog - Gefühl - Visuell konstruiert, usw. (Diese Vorschläge finden sich in: Dilts & Epstein, Tools for Dreamer).

(2) Im Zustand des Realisten oder der Realistin ist der Fokus des Bewußtsein auf das konzentriert, was realistisch machbar ist und was nicht. Der Realist vollzieht im assoziierten Zustand das (oder Teile davon) nach, was der Träumer dissoziiert in der Zukunft getan hat. Der Realist simuliert eine Gegenwart. In dieser Simulation entwickelt er einen konkreten Plan für die Ideen und Visionen aus dem Zustand des Träumens. Der Realist denkt logisch und erstellt einen logisch strukturierten Plan, z.B. wird ein Ziel in Detailziele zerlegt, die wichtigsten Schritte festgehalten, Aufgaben festgelegt und verteilt. Der Realist ist vor allem kinästhetisch: er überprüft mit seinem Gefühl den Zukunfts-Entwurf des Träumers und stellt sich gedanklich vor, daß er mit seinem Körper und seinem Tun realistische Handlungen in der Gegenwart setzt.

(3) Der Kritiker oder die Kritikerin ist ein Zustand, in dem eine Person von ihrem Projekt dissoziiert ist. Der Kritiker ist eine Meta-Position, von der aus der bisher entwickelte Plan überprüft wird. Im Abstand zu dem eigenen Vorhaben und distanziert von sich selbst, wird nüchtern überprüft, ob irgendetwas vergessen wurde und ob es irgendetwas gibt, was die Durchführung des Planes verhindern könnte. Der Kritiker arbeitet vor allem auf dem auditiven Kanal: er aktiviert den inneren Dialog, hört auf seine innere Stimmen und fragt sich, was alles noch verbessert werden kann. Dieser Zustand hat viel mit der Vergangenheit zu tun, weil auch Erfahrungen aus der Vergangenheit aktiviert werden.

Das Modell des Träumers, des Realisten und des Kritikers beschreibt drei innere Zustände und Haltungen, die jede Person in sich kennt. Man kann sie auch als dreifache Polaritäten definieren. NLP betont den Wert jedes dieser drei Zustände: Um zum Beispiel Ziele zu finden ist es sinnvoll die Träumerin, den Träumer in uns zu aktivieren, um die Ziele zu verwirklichen ist es wichtig, der Realistin, dem Realisten den Plan erstellen zu lassen und der Kritikerin, dem Kritiker die Kompetenz der Überprüfung zu geben. Jeder dieser Zustände kann als Teil im Unbewußten definiert werden. Wie immer in NLP geht es um einen geordneten und zielgerichteten Umgang von Teilen. Bei erfolgreichen Personen wurde festgestellt, daß sie die drei Zustände klar voneinander trennen und allen drei Haltungen denselbe Stellenwert zumessen.

Das Walt-Disney-Modell liefert auch eine einfache Klassifikation von Menschen. Manche Menschen leben (in einem bestimmten Kontext) mehr einen dieser Pole. Jemand ist z.B. mehr mit dem Träumer vertraut. Dieser Person wird es leicht fallen, viele Ideen zu entwickeln. Meist ist sie sehr begeisterungsfähig, allerdings wird selten etwas konsequent umgesetzt. Jemand anderer ist eher Realist: konsequent im Erledigen von Angelegenheiten, zielführend in der Umsetzung, aber vielleicht nicht so kreativ, wenn es darum geht, neue Wege zu entwickeln. Der Wert von Menschen, die sich auf das Kritisieren spezialisiert haben, wird oft gering geschätzt. Ihr Fokus ist auf das Fehlende gerichtet: sie wissen meistens, warum etwas nicht geht, was falsch an dem Ganzen ist, was fehlt und was man noch besser machen könnte. Für die Arbeit in einem Team kann es hilfreich sein, dieses Modell zu kennen und Menschen nach ihrer Spezialisierung koordiniert einzusetzen (und zum Beispiel den üblichen Streit zwischen Träumer und Kritiker zu unterbinden).

Das Modell von Träumer-Realist-Kritiker ist in NLP als Kreativitäts-Technik für ein konkretes Projekt bekannt. Die Prozeß-Schritte sind: (1) Die drei Zustände für sich, ohne Bezug zum Projekt nacheinander und getrennt voneinander aktivieren, in der Regel mittels Boden-Anker. (2) Den Träumer aktivieren, an das Projekt denken und neue Ideen, Ziele und Visionen finden, (3) Den Realisten aktivieren und die Ergebnisse des Träumers in einen konkreten Plan umsetzen. (4) Den Kritiker aktivieren und den Plan von außen kritisch durchleuchten und hinterfragen. (5) Ist der Kritiker nicht zufrieden, hat der Träumer neue Inhalte, über die er nachdenken kann, es geht weiter zum Realisten und zum Kritiker. D.h. die Schritte (2) bis (5) werden - immer in der Reihenfolge Träumer-Realist-Kritiker - solange wiederholt, bis der Kritiker beim letzten Plan keine Schwachstellen mehr erkennen kann. Übungs-Anleitung 1 (Walter Ötsch), Übungs-Anleitung 2 (Alexa Mohl), Übungs-Anleitung 3 (Gundl Kutschera)

Warum-Fragen Viele Alltags-Gespräche über "Probleme" münden oft in Warum-Fragen, in Fragen nach den Ursachen der Probleme, wer daran Schuld ist. Eine NLP-geschulte Person versucht, Warum-Fragen, so gut dies geht, zu vermeiden. Warum-Fragen gelten als Verletzung des Meta-Modells: sie führen nicht zur Tiefenstruktur des Problems, sondern lediglich zu Ursachen-Wirkungs- Beliefs (diese Beliefs können das eigentliche Problem sein). Warum-Fragen bewirken in der Regel eine Verschlechterung des inneren Zustandes jener Person, die unter einem Problem leidet. Mit der Frage nach dem Warum wird der Problem-Fokus aktiviert. Längeres Warum-Fragen kann den Problem-Fokus deutlich verstärken. Warum-Fragen führen zu einer verstärkten Assoziierung mit dem Problem. Werden dabei noch lange Ursache-Wirkungs-Ketten aufgebaut, kann dies die vermeintliche Schwere des Problems vergrößern. Das Problem wird "einzementiert": "schuld" sind andere Personen, ein System, eine Struktur, die Gesellschft, die Sterne oder die Gene. Dabei wird der Fokus nicht auf das eigene Potential gelenkt, auf das, was den Handlungsspielraum einer Person, die unter einem Problem leidet, erweitern könnte. NLP billigt Warum-Fragen nur dann einen positiven Stellenwert zu, wenn es darum geht, Ursache-Wirkungs-Beliefs ausfindig zu machen. Dies ist manchmal erforderlich, wenn das innere Hindernis für das "Problem" auf der Ebene der Beliefs liegen und dieses erst erkundet und bewußt gemacht werden müssen.

Weg von Ein Meta-Programm. Manche Menschen motivieren sich, indem sie von etwas weg gehen, z.B.: "Nur kein Mann, der diese Eigenschaft hat". Der Fokus des Bewußtseins ist dabei auf das halb-leere Glas gerichtet.