Überkreuz-Spiegeln Eine besondere Art des Spiegelns, und zwar (1) in einem anderen Repräsentationssystem oder (2) mit einer anderen Art von Bewegung. Beispiele: (1) Der Atem-Rhythmus einer Person wird durch meinen Sprech-Rhythmus gespiegelt. (2) Der Sprech-Rhythmus einer Person wird von einer gleichschnellen (unmerklichen) Bewegung meiner Hand begleitet. Kreuzspiegeln ist eine effektive Methode, um Rapport herzustellen.

Überlappen ein Prozeß, von dem eine Person durch Sprache von einem Repräsentations-System in ein anderes geführt wird. Am Beginn wird das Leit-System oder das bevorzugte Repräsentationssystem angesprochen, um sprachlich Rapport zu bekommen (z.B. eine Szene visuell beschrieben), dann wird auf ein anderes System (z.B. das auditive System) übergegangen. Durch Überlappen soll eine volle innere Erfahrung vermittelt werden, indem eine Synästhesie (möglichst viele Repräsentatations-Systeme) konstruiert wird. Die Vorstellung und das innere Erleben wird dadurch plastischer und realer, die Person erlebt einen bestimmten inneren Zustand mehr assoziiert.

Überzeugungen Beliefs

Ultrakurzzeit-Therapie Bezeichnung von Richard Bandler für eine sehr kurze Phobie-Technik mit visueller Dissoziation und Musik als Ressource. Dabei wird (1) die phobische Reaktion dissoziiert als Film erlebt, (2) der Film im zweiten Durchgang mit lauter Zirkusmusik unterlegt, und (3) im dritten Durchgang getestet, ob das ursprüngliche unangenehme Gefühl noch vorhanden ist.

Umfassungswörter Umfassungswörter, meist Universalquantoren genannt, sind Wörter wie: alle, keine, jeder, sämtliche, nirgends, niemals, nichts. Sätze mit diesen Wörtern sind Verallgemeinerungen, sie verletzen das Meta-Modell.

Umwelt Mit Umwelt bezeichnet man im NLP die "Außen-Welt": andere Menschen, das Umfeld, in dem Verhalten passiert. Umwelt ist die erste der logischen Ebenen des NLP.

Unbewußtes NLP hat kein entwickeltes Modell des Unbewußten, unterscheidet jedoch in seiner Sprache und in vielen Techniken (insbesondere beim Reframing) bewußte von unbewußten Prozessen (Zwei-Instanzen-Theorie). Das NLP-Konzept vom Unbewußten beruht nach Alexa Mohl u.a. auf folgenden Prinzipien:
(1) Es gibt ein Unbewußtes.
(2) Bewußte und unbewußte Prozesse unterscheiden sich nicht prinzipiell. Beide werden anhand der NLP-Begriffen von Repräsentations-Systemen und Untereigenschaften beschrieben.
(3) Die Grenze zwischen dem Bewußten und dem Unbewußten ist keine prinzipielle Grenze. Die Grenze ist flexibel und eher graduell.
(4) Das Unbewußte wird prinzipiell positiv interpretiert. Auf der Ebene des Unbewußten herrscht das Prinzip der guten Absicht.
(5) Das Unbewußte ist mächtiger als das Bewußte, weil es (a) die meisten Lebensprozesse steuert, und (b) dem Bewußten nicht direkt zugänglich ist. Daten zum Auswahl-Prozeß des Bewußtseins.
(6) Das Unbewußte hat eine Struktur, meist "Teile" genannt. Diese "Teile" organisieren "Verhalten", um "positive Absichten" zu erfüllen.
(7) Es ist möglich, mit dem Unbewußten Kontakt aufzunehmen.
(8) Wie sich eine Person dabei ihr Unbewußtes vorstellt ist für die Arbeit mit dem Unbewußten nicht von Belang (z.B. in Form von Symbolen, Personen oder einer Landschaft), ebenso nicht ihre sprachliche Bezeichung (als "Teile", "Tendenzen", "Persönlichkeitsaspekte" usw.) sowie das individuelle Belief-System zum Unbewußten ("Geist", "Seele", "überpersönliches Wissen", "die Weisheit des Körpers", usw.)

In diesem Konzept werden dem Unbewußten nach Gernot Schauer u.a. folgende Funktionen zugesprochen:
(1) Das Unbewußte speichert alle wichtigen Informationen, die auf eine Person das ganze Leben einströmen. Dies kann z.B. im Meta-Modell der Sprache im Unterschied von der Oberflächen- und der Tiefenstruktur studiert werden. Die reichhaltigen Informationen der Tiefenstruktur sind oft unbewußter Natur und können durch geeignete Fragen einer Person bewußt zugänglich gemacht werden.
(2) Das Unbewußte organisiert die psychische Stabilität einer Person (im Fremdwort: ihre psychophysische Homöostase), indem es dem Bewußten manche Informationen zugänglich macht und manche nicht. Das Unbewußte kontrolliert also den Informationsstand des Bewußten. Traumatische Erfahrungen aus der Kindheit z.B. werden oft "vergessen" (in der Psychoanalyse sagt man "verdrängt") und z.B. im Prozeß einer Neuprägung dem Bewußtsein wieder zugänglich gemacht.
(3) Das Unbewußte kann durch bestimmte Ereignisse angesprochen werden und dadurch zum Auslöser innerer Änderungs-Prozesse werden. Ein Beispiel ist die hypnotische Sprache, wie es das Milton-Modell beschreibt. Sie wirkt direkt auf das Unbewußte und kann von dort Einfluß auf das weitere Verhalten einer Person ausüben. In manchen Techniken des NLP, wie dem Reframing, bittet das Bewußte das Unbewußte direkt oder erteilt ihm Aufträge, die Verantwortung für Änderungs-Prozessse zu übernehmen, die in der Zukunft automatisch, ohne aktiven Einfluß des Bewußten, geschehen sollen.

Und-Haltung In NLP geht es niemals darum, ein Verhalten als negativ zu bewerten und durch ein anderes, positiv gedachtes, Verhalten zu ersetzen. (Das wäre eine Oder-Haltung). In NLP wird der Wert jedes Verhaltens betont. Eine der Grundannahmen des NLP ist: "Jedes Verhalten ist in irgendeinem Kontext nützlich". Es geht darum, automatische Reaktionen zu unterbrechen und die Freiheit zu erlangen, jenes Verhalten zu wählen, das für einen Kontext als passend erachtet wird. Die Und-Haltung in NLP ist Ausdruck eines polaren Denkens, wie es in seinem Teile-Konzept zu finden ist. Sie kann insbesondere an den Ansätzen des Reframings studiert werden.

Unified Field Theory, Einheitliche Feldtheorie (die Übersetzung "Vereinigtes Feld" ist m.E. falsch). Ein Begriff, mit dem Dilts und Epstein versucht haben, Elemente des NLP in einem einfachen Schema zusammenzufassen (Der Begriff selbst ist m.E. überzogen: die heutige Physik verfolgt das ehrgeizige Ziel, eine einheitliche Feldtheorie unter Einschluß aller Kräfte und Elementar-Teilchen zu erreichen) System-Matrix des NLP.

Universalquantoren Universalquantoren, auch Umfassungswörter genannt, sind Wörter wie: alle, keine, jeder, sämtliche, nirgends, niemals, nichts. Sie sind ein Zeichen dafür, daß eine Person zu sehr verallgemeinert. Im Meta-Modell des NLP wird vorgeschlagen, Verallgemeinerungen zu hinterfragen, auch um die spezifischen Erfahrungen zu erkunden, die die Referenz-Erfahrung für die Gültigkeit der Verallgemeinerung abgibt. Sätze wie "Frauen sind dumm", "Männer sind aggressiv" enthalten stillschweigend einen Universalquantor, weil alle Frauen und alle Männer gemeint sind.

Unterbrecher, Separator, Separator State, Bailout, Breaker, Breaker State NLP-Technken weisen einen schnelle Wechsel innerer Zustände auf. Im Heraus-Führen aus einen Zustand, bevor ein neuer Zustand aktiviert wird, ist es immer notwendig, einen "Unterbrecher" zu setzen: den Klienten / die Klientin zu veranlassen, sich von diesem Zustand zu dissoziieren. Dazu ist es notwendig, den Wechsel der Physiologie genau wahrzunehmen. Für einen Unterbrecher sind alle Dissoziierungs-Techniken des NLP geeignet.

Untereigenschaften, Submodalitäten Unterteilungen der Repräsentations-Systeme in kleinste Prozeß-Elemente. Visuelle Untereigenschaften sind z.B. die Farbe innerer Bilder, ob es eine Bewegung zu sehen gibt oder nicht. Auditive Untereigenschaften sind die Lautstärke oder der Rhythmus, usw. Die Untereigenschaften gelten in NLP als die grundlegenden Komponenten von Bewußseins-Prozessen. Alles, was wir uns bewußt machen können, ist eine Mixtur von Untereigenschaften. Liste von Untereigenschaften

Vieles in NLP ist (ihrem pragmatischen Ansatz folgend) nichts "Eigenständiges", sondern aus anderen Richtungen entommen. Der Ansatz der Untereigenschaften ist der (vermutlich) bedeutsamste eigenständige Beitrag von NLP zu einer Theorie des Bewußtsein (Diesen Beitrag hat Richard Bandler geleistet). Der Erfolg des NLP beruht zu einem großen Teil auf einem klaren Verständnis, wie bedeutsam Untereigenschaften für die Konstruktion unserer subjektiven Realität sind. Alles in NLP kann auf Repräsentations-Systeme und Untereigenschaften zurückgeführt werden. Jede Intervention in NLP läuft letztlich auf einen Wechsel von Untereigenschaften hinaus. Die zentrale Frage für die Selbst-Steuerung könnte sein: von welchen Untereigenschaften wird mein Bewußtsein dominiert?

Neben dieser allgemeinen Wchtigkeit gibt es (auf einer konkreteren Ebene) ein Set von Techniken, wo die Prozeß-Anweisung in einer direkten Veränderung von Untereigenschaften besteht. Beispiele sind die Techniken des Belief-Änderns mit Untereigenschften (Anleitung dazu) oder die Arbeit mit den Untereigenschaften von Top-Zuständen, wie der Quelle. Ein Beispiel: Scham-und Schuldgefühle mit den Untereigenschaften der Quelle heilen.

Up-Time Gegenteil von down-time: der Fokus der Aufmerksamkeit ist auf außen, auf die Umwelt, auf andere Menschen gerichtet. Ich bin nicht auf mein Innenleben, meinen inneren Dialog konzentriert: die Aufmerksamkeit richtet sich voll nach außen. Die Fähigkeit zu Up-time ist eine der Vorausbedingungen für genaues Wahrnehmen und für Rapport.

Ur-Credo, Ur-Credo-Prozeß Eine Weiterentwicklung des NLP durch Wolfgang Bernard. Das Ur-Credo ist das grundlegende Belief, das unsere personale Identität organisiert. Es ist der Grundbaustein unseres Ich-Bewußtseins, welches sich in der frühen Kindheit entwickelt, - eine der grundlegenden Vorannahmen, über die selten reflektiert wird.

Im Ur-Credo-Prozeß geht es darum, dieses Grund-Belief zu entdecken (bewußt zu machen) und zu überschreiten. Dieses Prozeß beruht auf zwei Annahmmen:

(1) Die Konstruktion des Ur-Credos in der frühen Kindheit ist ein wünschenswerter Prozeß, der ein "normales" Funktionieren in der Gesellschaft erlaubt. Im Kern geht es dabei um die Konstruktion einer "trennenden Identität", welche bewirkt, daß sich der Mensch als vom anderen und von der Umwelt getrennt erlebt. Sie öffnet dem Kind den Zugang zur Fähigkeit der Repräsentation und zu all dem, was für ein Leben in der Gemeinschaft notwendig ist.

(2) "Für den Erwachsenen hingegen wird sie das Haupthindernis, wenn er sich seiner Ursprünge erinnern will und seine Erfüllung anstrebt." (Wolfgang Bernard).

Das Ur-Credo wird im Ur-Credo-Prozeß (ein längerer geleiteter Prozeß) "entdeckt", in dem sich eine Person (im Gegensatz zu herkömmlichen NLP-Techniken) bewußt und intensiv mit ihren "Schatten-Seiten" assoziiert. (Dabei werden die Dissoziierungs-Techniken des NLP gezielt eingesetzt und bilden die Voraussetzung für diesen Prozeß). Im Ur-Credo-Prozeß sollen die Strukturen der Identität vorübergehend aufgehoben werden und ein besonderer innerer Zustand erreicht werden, der "vorsinnliche Wahrnehmung" genannt wird. "Es handelt sich um die Wahrnehmung unseres Ursprungs und all dessen, was in jedem Augenblick aus ihm erwächst. Vorsinnliche Wahrnehmung ist ein Ausdruck für das Unausdrückbare: die Dimension der ungefilterten Wahrnehmung, die alle Phänomene, wahrgenommene und nicht wahrgenommene, existierende und nicht existierende, vereint. Wir sind mit ihr geboren und mußten sie vergessen, um unser Ichbewußtsein, unsere Identität entwickeln zu können. Durch gezielte Vorgehensweisen können wir den Boden dafür bereiten, diese in Vergessenheit geratene, alles miteinander versöhnende Wahrnehmung in uns wiederzuentdecken" (Wolfgang Bernard).

In diesem Zustand eines intensiven Erlebens von Zugehörigkeit werden Menschen sich ihres "essentieller Wertes" bewußt: ihrer Einzigartigkeit, ihres "Wesens", - jener Aspekte, die Connirae Andreas als Core States beschreibt.

Ursache-Wirkungs-Beliefs Unterklasse der deskriptiven Beliefs.

Utilisation, utilisieren Im Englischen heißt to utilize nutzbar machen, auswerten. Der Begriff Utilisation wird in NLP in verschiedener Weise verwendet:

(1) Utilisation ist einer der Grundbegriffe in der Hypnotherapie nach Milton Erikson, eine der Wurzeln des NLP. Er besagt, daß der Therapeut versuchen soll, die Eigenschaften und Eigenheiten des Klienten für therapeutische Ziele einzusetzen. Dazu ist es notwendig, das Verhalten des Klienten genau zu beobachten und es vorerst zu akzeptieren, so eigenartig es sein mag. Bandler und Grinder haben dieses Prinzip in prozeßorientierte Anweisungen übersetzt, u.a. in die Techniken des Spiegelns (pacing) und Führens (leading), des Reframings und in das Milton-Modell. Das Prinzip der Utilitisation kommt auch in den Vorannnahmen des NLP zum Tragen, z.B. in dem Satz, daß jede Person alle Ressourcen in sich hat, die sie braucht, um ihre Ziele zu erreichen.

(2) In einer anderen Verwendung bedeutet Utilisation den gezielten Einsatz von Erkenntnissen, Fähigkeiten, Verhalten , ... So spricht man von der Utilisation von Strategien, die vorher erkundet wurden. Utilisieren bedeutet hier, Strategien oder Strategie-Elementen bewußt für die eigene Ziele einzusetzen.