Sechs-Stufen-Reframing Das Standard-Verfahren des
Reframings, von Bandler und Grinder ursprünglich in sechs Schritte unterteilt (mittlerweilen wird es in bis zu neun Schritte aufgeteilt). Die sechs Schritte sind:
(1) Das störende Verhalten, die störende Reaktion identifizieren. Reframing ist für Symptome auf der Verhaltensebene geeignet. Beispiele: ein Verhalten, das jemand aufgeben will (wie Schüchternheit oder zuviel essen), eine Gewohnheit, Körpersymptome (wie Beklemmungszustände in Gegenwart bestimmter Menschen), innere Stimmen (die z.B. in bestimmten Sitautionen jemanden übermäßig kritisieren). Dabei ist es günstig, das Verhalten möglichst exakt und spezifisch zu benennen. (Es ist allerdings auch möglich, das Sechs-Stufen-Reframing ausschließlich auf der
Prozeß-Ebene durchzuführen, d.h. der Coach leitet die einzelnen Schritte an, ohne eine Kenntnis vom Inhalt zu haben). Vage Wünsche, wie "ich möchte glücklich sein!" sind für das Sechs-Stufen-Reframing nicht geeignet. Reframing ist geeignet für Verhalten, das eine Person aufhören will. (D.h. - wie immer im NLP - es müssen vorher die
Ziele geklärt sein).
Schon in dieser ersten Phase erfolgt eine erstes Reframing: Es wird ein fiktiver
"Teil" konstruiert, dem die Verantwortung für das störende Verhalten zugeschrieben wird. D.h. meine Schüchternheit oder meine Kopfschmerzen, unter denen ich leide (die ich weghaben will), werden einem Teil, der im
Unbewußten agiert, zugeschoben, der sie ohne mein bewußtes Einverständnis produziert hat. Dies wird vom Berater / von der Beraterin durch die Wortwahl unterstützt: "Der Teil, der Sie schüchtern werden läßt", "Der Schüchti-Teil", usw.
(2) Mit dem Symptom-Teil wird Kontakt aufgenommen. Da der Symptom-Teil als Teil des Unbewußten gilt, wird er gefragt, ob er bereit ist, mit dem Bewußtsein zu kommunizieren. Implizit wird damit erreicht, daß der Klient / die Klientin irgendeine Vorstellung von dem Teil entwirft (meist irgendwo innerhalb des Körpers), die jedoch in der Regel nicht direkt angesprochen wird. Der Kontakt mit dem Symptom-Teil kann auf verschiedene Arten geschehen. In den meisten Anleitungen zum Sechs-Stufen-Reframing wird ein Ja/Nein-Signal vorgeschlagen. Dies kann ein Körpergefühl sein (eine Empfindung an einer Körperstelle hat die Bedeutung von "Ja", eine andere von "Nein"), ein Bild, ein Wort, ein Klang usw. Es ist auch möglich, sich den Symptom-Teil visuell außerhalb des Körpers vorzustellen (als Symbol, als Person, als Tier, ... ) und mit dieser Vorstellung direkt - wie mit einer Person - zu kommunizieren (all dies hängt stark von den Suggestionen des Coach ab).
Für Ja/Nein-Signale hat Alexa Mohl folgende Klassifikation entwickelt: (a) Kommt auf die Frage nach der Bereitschaft zur Kommunikation mit dem Bewußten kein Signal, wird die Frage wiederholt, ein Bedeutungs-
Reframing gemacht und der Prozeß beendet. (b) Kommt ein Nein-Signal, wird die Frageform und die innere Haltung zu diesem "Teil" überprüft. Kommt wieder ein Nein, wie (a). (c) Kommt ein unklares oder mehrdeutiges Signal, wird nochmals gefragt. (d) Kommen mehrere Signale, werden sie als unterschiedliche "Teile" reframt und gebeten, mit einer Stimme zu sprechen. (e) Meldet sich das Körper-Symptom, wird der Symptom-Teil gefragt, welche Absicht er damit verfolge und gebeten, dieses Signal abzuschwächen. (f) kommt ein Ja-Signal, geht der Prozeß weiter.
(3) Der Symptom-Teil wird im nächsten Schritt nach seiner
guten Absicht befragt. Dazu ist es notwendig, das Verhalten von der Intention zu trennen. Dies kann direkt angesprochen werden ("Du bist verantwortlich für X"). Im Anschluß daran wird nach der "guten Absicht", "dem positiven Sinn in meinem Gesamtsystem", usw. gefragt. Fragen und Antworten können in mehreren Runden ablaufen. Unverständliche Antworten werden mit dem
Meta-Modell hinterfragt. Nein-Signale werden in dieser Phase reframt ("Das Unbewußte hat seine Gründe, die positive Absicht dem Bewußten nicht mitzuteilen") und nicht weiter beachtet.
Bei all dem empfiehlt sich eine respektvolle Einstellung zum Symptom-Teil, eine Haltung von: "Ich würdige das, auch wenn ich es nicht verstehe". Im Abschluß an diesen Schritt wird der Symptom-Teil gefragt, ob er neugierig sei, neue Verhaltensweisen für seine positive Absicht kennenzulernen.
(4) Der vierte Schritt ist der Kontakt mit einem weiteren "Teil", dem "kreativen Teil". Als Zwischen-Schritt muß manchmal ein kreativer Teil erst etabliert werden (manche Menschen glauben, sie seien nicht kreativ). Möglichkeiten dazu sind (a) sich an fünf kreative Situationen zu erinnern und das zu
ankern, (b) eine kreativen Teil autoritativ zu behaupten ("Kein Mensch verhält sich immer wie ein Automat"), oder (c) das
Modellieren einer kreativen Person.
Der Kontakt mit dem kreativen Teil kann auf unterschiedliche Weise erfolgen:
(a)
assoziiert, d.h. man geht in den
inneren Zustand von Kreativität und denkt hier ("läßt sich vom Unbewußten schenken") an neue Möglichkeiten, an neue Verhaltensweisen für die positive Absicht des Symptom-Teils.
(b) Viele Varianten des Sechs-Stufen-Reframings schlagen eine
dissoziierte Kontaktnahme mit dem kreativen Teil vor. Man kann hier (ba) das "Ich" bitten, mit dem kreativen Teil Kontakt aufzunehmen oder (bb) den Symptom-Teil direkt. Letzteres kann als bewußter (man "sieht" zu, man erlebt bewußt, wie die beiden Teile miteinander in Kontakt treten) oder als unbewußter Vorgang ablaufen (der Symptom-Teil wird gebeten, wegzugehen, mit dem kreativen Teil Kontakt aufzunehmen und wieder zu kommen). All dies kann auf einer sprachlichen oder auf einer nicht-sprachlichen Ebene geschehen, z.B. die beiden Teile werden durch Licht verbunden und mit dem Licht fließen die guten Ideen vom kreativen zum Symptom-Teil.
Nachdem dieser Kontakt stattgefunden hat, wird der Symptom-Teil gefragt, (a) ob er die neuen Verhaltensweisen dem Bewußtsein mitteilen will (das ist nicht immer notwendig und sinnvoll) (es entpricht den
Grundannahmen des NLP, hier zumindest drei neue Möglichkeiten zu suggerieren) und (b) ob er in Zukunft bereit ist, die Verantwortung dafür zu übernehmen.
(5) Der nächste Schritt ist der traditionelle
Öko-Check des NLP, hier angewandt auf alle anderen "Teile" im Unbewußten. Die Kontaktaufnahme mit diesen Teilen kann in all den Varianten erfolgen, die in (4) genannt wurden. Das Ziel ist das Einverständnis aller anderen Teile bzw. das Überprüfen möglicher Einwände. Bei Signalen wird nachgefragt, ob es sich um einen Einwand handelt. Gibt es Einwände, wird jeder "Teil", der einen Einwand erhebt, wie ein Symptom-Teil behandelt und die Schritte (3) bis (5) auf ihn angewandt.
(6) Der letzte Schritt ist das übliche
Future pace. (Die Reihenfolge von Schritt 5 und 6 wird in manchen Anleitungen auch vertauscht). Hier wird meist dem unbewußten Teil direkt die Verantwortung für die praktische Umsetzung des neuen Verhaltens übertragen. Weigert sich der Teil, dies zu tun, können (a) neue Ideen in Wiederholung von Schritt (4) erkundet werden, (b) eine Unterstützung anderer Teile versucht werden, (c) gefragt werden, ob eine Unterstützung durch das Bewußtsein gewünscht wird, usw. Am Schluß des Prozesses kann der Symptom-Teil verabschiedet und eventuell eine neuerliche Kontakt-Aufname in der Zukunft vereinbart werden.
Zusammenfassung dieser Beschreibung,
Kurzform in neun Schritten
Selbst-Anker Ein
Anker, den sich eine Person selbst setzt, meist in Form eines kinästhetischen Ankers: eine Körper-Haltung, eine Bewegung, eine Berührung. Als Beispiel wird auf einen
Glücks-Anker verwiesen.
Selbst-Bild Vorstellung über sich selbst als eigene Person, das innere Modell der
Identität und der
personalen Identität.
Selbststeuerung Die Fähigkeit, seinen eigenen
inneren Zustand frei wählen zu können, in "seinem Haus" der "eigene Chef", die "eigene Chefin" zu sein. Selbststeuerung, selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Handeln, beinhaltet viele Fähigkeiten, z.B.:
(1) sich von einem schlechten Zustand zu
dissoziieren,
(2) sich gegen unerwünschte
Anker wirkungsvoll abzugrenzen,
(3) den
inneren Dialog zu kontrollieren,
(4) frei zu sein, mit den vielen
Polen in sich zu spielen,
(5) seinen
Körper wahrzunehmen,
(5) seine eigenen Überzeugungen und die Überzeugungen anderer als
Beliefs zu erkennen,
(6) seine
persönliche Identität aus sich heraus, unabhängig von äußeren Leistungen und Erfolgen zu definieren.
Alle
Änderungs-Techniken, des NLP, auf sich selbst angewandt, sind geeignet, eines oder mehrere dieser Fähigkeiten zu schulen. Sich in Selbststeuerung zu üben, kann nur ein langfristiges Ziel sein. Es erfordert dauernde Aufmerksamkeit und ein geduldiges Üben im Alltag.
Die wichtigste Fähigkeit zur Selbststeuerung ist die Selbst-Wahrnehmung, die Selbst-Beobachtung. Viele Menschen verändern die ganze Zeit ihren inneren Zustand, ohne dies bewußt zu merken.
Bewußtsein ist ein Auswahlprozeß. Ein selbst-bewußtes Bewußtsein kennt seinen eigenen inneren Zustand und erfaßt bewußt seine Veränderungen. In der Selbst-Beobachtung richtet sich der
Fokus des Bewußtsein auf einen
Meta-Standpunkt, auf einen Prozeß-Standpunkt in Bezug auf die Inhalte des Bewußtseins. Die
Prozeß-Techniken des NLP sind hervorragend geeignet, diese Fähigkeit zu schulen. In jeder Prozeß-Anweisung zu jeder NLP-Technik ist stillschweigend ein Meta-Standpunkt zu allen anderen inneren Zuständen, die Gegenstand der Technik sind, enthalten. Dieser Standpunkt wird, ohne daß davon gesprochen wird, bei jeder NLP-Intervention geschult. Je mehr sich Menschen in ihrer Selbst-Beobachtung schulen, desto mehr werden sie fähig (nach und nach in einem langsamen Lern-Prozeß) sich selbst und ihre Zustände zu steuern. NLP, richtig verstanden und richtig praktiziert, ist ein hervorragendes Mittel, um schrittweise Selbststeuerung zu lernen.
Selbstwert Die Wertschätzung, das Gefühl, die Bedeutung, die Wichtigkeit, die jemand sich selbst entgegenbringt. Selbstwert im Sinne von Satir entsteht durch die Akzeptanz der verschiedenen
Teile in uns und all der Gefühle, die dazu gehören. Selbstwert ist Ausdruck innerer Kommunikations-Prozesse, z.B. der Art, wie der
innere Dialog eingesetzt wird. Der Selbstwert einer Person manifestiert sich in ihrem Selbst-Bild. Das Selbst-Bild ist ein Modell und als Modell kann es verändert werden (
personale Identität). Menschen mit hohem Selbstwert haben viele Teile in sich integriert und leben
kongruent. Der Kontakt zur Ebene der
Zugehörigkeit, der höchsten der
logischen Ebenen des NLP, ist geeignet, Selbstwert zu erhöhen. Dazu kann es hilfreich sein, den Zugang zur
Quelle und zu
core states im Alltag zu üben. Das Ziel der
Selbststeuerungs-Techniken von NLP ist eine Person mit hohem Selbstwert.
Sensorische Systeme
Sinnes-Systeme
Separator, Separator-state
Unterbrecher
Sex und NLP Wir suchen Leserinnen und Leser, die uns dieses Stichwort schreiben.
Sinnes-Kanäle, Sinnes-Systeme, Modalitäten, Sinnes-Modalitäten Mit Modalitäten meint man im NLP die fünf (meist zu vieren zusammengefaßten) Sinnes-Kanäle (die Sinnes-Modalitäten), also die Unterscheidung, ob es sich um visuelle (den Sehsinn betreffende), um auditive (den Hörsinn betreffende), um kinästhetische (den Körpersinn, die Körperempfindungen betreffende), um olfaktorische (den Riechsinn betreffende) oder um gustatorische (den Geschmackssinn betreffende) Wahrnehmungen handelt. Abgekürzt und zusammengefaßt werden die Sinnes-Kanäle in der
Notation des NLP oft mit [V,A,K,O]. Hier werden die
olfaktorischen und
gustatorischen Wahrnehmungen unter O zusammengefaßt (was aufgrund der anatomischen, physiologischen und neurologischen Nähe beider Wahrnehmungsmodalitäten zwar sinnvoll erscheint, aber als
Strategie für Kochen den Leserinnen und Lesern nicht empfohlen wird).
Die intensive Beschäftigung mit, und die deutliche formale Unterscheidung nach Sinnes-Modalitäten im System des NLP geht auf seine Vorbilder Perls, Satir und Erickson zurück. Fritz Perls sprach von "Löchern in der Person", und meinte damit, daß es Menschen gibt, die ganze Wahrnehmungs-Bereiche, bzw. sämtliche Wahrnehmungen eines Sinnesorganes in bestimmten
Kontexten oder bei bestimmten Themen vollständig ausblenden - ein Umstand, der aufs engste mit der speziellen Problem-Konstruktion zusammenhängt. Auch Virginia Satir hat besonders darauf geachtet, wie die Menschen ihre Sinnesorgane einsetzen, wen sie z.B. in einer Familienskulptur sehen oder hören können, wen sie gefühlsmäßig wahrnehmen und evt. sogar auch, wen sie "gut riechen" können. Milton H. Erickson hat die Sinnes-Systeme seiner Klienten in hohen Maße beachtet und sie für den therapeutischen Prozeß effektiv eingesetzt. (Dies kann an vielen Transkripten von Tranceinduktionen und von psychotherapeutischen Interventionen gezeigt werden).
Die Aufteilung der Sinneswahrnehmungen in Sinnes-Kanäle entspricht im NLP der Aufteilung der Gesamt-Repräsentationen, die sich ein Mensch von der Welt macht (wie er seine innere
Landkarte, sein
Modell der Welt gestaltet), in die
Repräsentations-Systeme. Die Aufteilung inSinnes-, bzw. Repräsentations-Systeme wird von einigen Vertretern (wie hier unter dem Stichwort
Denken) so weit durchgehalten, daß die Existenz von "sinnes-unspezifischen Kognitionen", wie Gedanken, Denkinhalte, Erinnerungen oder Antizipationen, bestritten wird. Sagt z.B. jemand: "ich denke mir das und das so und so", so werden seine
Zugangs-Hinweise Hypothesen darüber zulassen, in welcher der fünf Sinnes-Modalitäten er "gedacht" hat.
Six-Step-Reframing
Sechs-Stufen-Reframing
Sleight-of-Mouth-Patterns Sleight-of-Hand ist ein Taschenspieler-Trick. Sleight-of-Mouth-Patterns sind kurze, pointierte Redewendungen. Sie werden vor allem eingesetzt, um
Beliefs kraftvoll zu
reframen. Sie werden hier unter dem Stichwort
Punch-Reframing erklärt.