Negative Befehle Eine Botschaft wird durch
analoges Markieren in einem Satz vermittelt, der scheinbar das Gegenteil besagt: "Sie brauchen sich selbst nicht gernhaben, um den Wert um NLP zu erkennen." Indirekt negative Auträge können wie positive Aufträge wirken. NLP geht davon aus, das das
Unbewußte keine Negationen "denken" kann (dies findet sich auch in der Forderung, Ziel-Sätze ausschließlich positiv zu formulieren). Im
Milton-Modell werden negative Befehle verwendet, um Ziele indirekt anzusprechen. "Bitte nicht im Lexikon weiterblättern, bevor Sie nicht diesen Satz zu Ende gelesen haben!"
Neues Verhalten erzeugen, Neues Verhalten generieren, New Behavio(u)r Generator Ein Prozeß, bei dem eine Person eine Situation erkundet, bei dem sie sich nicht so verhält, wie es ihren
Zielen entspricht, und sie dann mit
Ressourcen anreichert. Neues Verhalten erzeugen ist eine der Standard-Techniken des NLP mit vielen Varianten. Beispiele:
(1) die Aktivierung einer Erinnerung, bei dem ein leichter Zugang zu dieser Ressource möglich war,
(2) tun
als ob diese Ressource jetzt vorhanden wäre,
(3) eine andere Person finden, die für diese Situation als "Modell" dienen könnte. Dazu sind viele Varianten möglich: (a) Das Verhalten einer (realen) erfolgreichen Person erkunden und sie
modellieren, (b) sich ein Modell gedanklich vorstellen, mit ihm in Dialog treten und es nach konkreten Tips befragen, (c) sich neben diese Vorstellung stellen, alle Einzelheiten von dem Modell auf sich übertragen und mit den Ressourcen des Modells die problematische Situation von außen kommentieren oder von innen erleben, (d) sich
assoziiert als dieses Modell erleben, d.h. eine zweite
Wahrnehmungs-Position aktivieren und als diese Person die Situation von außen oder von innen erleben.
Übungs-Anleitung dazu.
Neuprägung, Wieder-Prägung, Re-Imprinting Ein komplexes Interventions-Muster, das Robert Dilts entwickelt hat. Sein Ziel ist es, negative Prägungs-Situationen (wie traumatische Erlebnisse) aus der Vergangenheit (meist Kindheit oder Pubertät) zu erkunden und ihrer weiteren Wirkung zu berauben.
Prägungen (imprints) sind nach Dilts bedeutsame Erfahrungen aus der Vergangenheit eines Menschen, die zu einem festen
Belief von sich selbst geführt haben. Prägungen sind eingeprägte und prägende Erfahrungen, die die
Identität einer Person nachhaltig beeinflußt haben und immer noch beeinflussen. Eine negative (traumatische) Prägung bewirkt, daß eine Person in ganz bestimmten
Kontexten (ohne daß ihr dies meist bewußt ist) selbst genau jenes Verhalten zeigt, unter dem sie in der entsprechenden Szene ihrer Vergangenheit gelitten hat. Das Prägungs-Erlebnis hat sich als inneres "Bild" (in allen
Repräsentations-Systemen) so intensiv eingeprägt, daß es durch entsprechende
Anker in der Gegenwart immer wieder aktiviert werden kann.
Bei einer Neuprägung wird (A) zuerst die Prägungs-Situation in Erfahrung gebracht, (B) näher erkundet, (C) mit Ressourcen angreichert und (D) mit der Gegenwart verbunden.
(A) Ausgangspunkt einer Neuprägung ist ein einschränkendes Belief, ein
stuck state, ein
Hindernis für ein Ziel, usw., das vom Klienten/der Klientin K
assoziiert erlebt wird. Dieses Gefühl, begleitet von der entsprechenden
Physiologie, wird durch den Coach/Therapeuten/die Therapeutin T geankert. Während T den Anker hält, stellt sich K vor, immer jünger und jünger zu werden. K aktiviert dabei Erinnerungen, die zu diesem Zustand passen, bleibt bei jeder Erinnerung nur kurz und geht innerlich weiter (wird diese Suche mit Hilfe eines
Boden-Zeitlinie unternommen, dann geht A auch physisch weiter). (K erfährt also eine Regression, K unternimmt eine intensive
trans-derivationale Suche). Das Ziel ist die Erkundung jener Situation, wo dieses Gefühl zum ersten Mal im Leben aufgetreten ist (Dies gilt als Prägungs-Situation. Die Suche nach der Prägungs-Situation kann u.U. einige Zeit dauern). In vielen Fällen werden hier Erinnerungen aktiviert, die dem
Gedächtnis verborgen waren, und die mit intensiven negativen Gefühlen (z.B. Scham-Gefühlen) verbunden sind. Die Kunst von T besteht darin, darauf zu achten, daß K im Prozeß bleibt (daß er/sie mit dem ursprünglichen Gefühl verbunden bleibt) und gleichzeitig dafür zu sorgen, daß K nicht voll assoziiert in eines dieser Erlebnisse "hineingeht". Die erste Szene kann getestet werden, indem K in der Erinnerung noch weiter zurückgeht und in Erfahrung bringt, ob dieses Gefühl (dieser Körper-Zustand) in noch früheren Erinnerungen zu finden ist. (In manchen Fällen werden dabei "Erinnerungen" an die ganz frühe Kindheit oder sogar im Mutterleib aktiviert. Prägungs-Erlebnisse können auch aus dieser Zeit stammen). Das Ziel ist es, eine konkrete Szene zu finden, in der das ursprüngliche Gefühl aufgetreten ist. Auf diese Szene beziehen sich die Schritte (B) und (C).
(B) Im nächsten Schritt wird die Prägungs-Situation genau erkundet. Dies kann auf unterschiedliche Weise geschehen. Wichtig ist auf jeden Fall zu verhindern, daß K vollends und so tief in die Szene regrediert, daß sie mit ihren unangenehmen und schmerzhaften Gefühlen einfach nur wiedererlebt wird. Dazu ist es notwendig, gleich nach der Erkundung der Szene oder etwas später, einen wirksamen
Unterbrecher zu setzen und eine
Dissoziation aufzubauen, die eine gewisses Zeit stabil gehalten werden kann. Die Erkundung der Szene, der näheren Umstände, welche Personen hier beteiligt waren, kann aus dieser dissoziierten Perspektive oder auch assoziiert (mit der Möglichkeit, sich jederzeit dissoziieren zu können) erfolgen. Aus der Außen-Position können auch die Folgen der Prägungs-Sitaution für das weitere Leben befragt werden. In vielen Fällen wird durch die Regression in die Kindheit ein "roter Faden" im Leben erkennbar: wie all diese schmerzlichen Erfahrungen zusammenhängen und um ein einziges Thema kreisen.
Ein wichtiger Teil der Erkundungs-Phase ist die Erkundung der Innen-Perspektive aller beteiligten Personen, auch der Täter. In der Regel geschieht dies durch das Einnehmen der ersten (für das jüngeres Selbst) und der zweiten (für alle anderen Personen)
Wahrnehmungs-Position. Wiederum geht es darum, diese Positionen nur zur Informations-Gewinnung zu nützen, nicht aber "in die Hölle" hineinzugehen und dort zu bleiben. K geht also als erwachsener, ressourcevoller Mensch in die Szene der Vergangenheit hinein, und nimmt
Rapport zu allen Beteiligten auf. (Kann K dabei diese Ressourcen des Erwachsenen-Selbst nicht halten, muß T Hilfe dafür anbieten, die notwendigen Ressourcen für diesen Schritt zu organisieren).
Die Erkundungs-Phase wird solange unternommen, bis K ein gewisses Verständnis über das Verhalten und die Reaktionen aller Beteiligten entwickelt hat. Dieses Verständnis kann unmmittelbar aus dem Einnehmen der Innen-Positionen kommen, z.B. zu erleben, aus welchen Zwängen ein Täter als Person gehandelt. Meist wird hier auch die eigentliche Intention, die verborgene positive Absicht, der Beteiligten erkundet. (K fragt so lange nach, bis alle Schichten von Absichten durchdrungen sind und die
gute Absicht zum Vorschein kommt).
Diese positive Intention bezieht sich auch auf K selbst, auf seine Reaktion, das Tun und das Denken in dieser Szene. Hier wird angenommen, daß das jüngere Selbst (egal, was passiert ist) eine gewisse Wahl-Freiheit gehabt hat. Es hat z.B. mit Rückzug, mit Schweigen, mit Körper-Symptomen oder mit einer bestimmten Interpretation reagiert, aus dem dann das prägende Belief entstanden ist. In dieser Phase findet das
Reframing im Prozeß der Neuprägung statt, d.h. das Verhalten aller Beteiligten in der Szene, einschließlich des jüngeren Selbstes, "erscheint in einem anderen Licht", es bekommt eine neue Bedeutung (K zeigt dabei T mit einer
Versöhnungs-Physiologie an, daß er/sie diesen Schritt einer Umstrukturierung von Bedeutungen innerlich durchlaufen hat).
(C) Im nächsten Schritt wird die Prägungs-Situation weiter positiv verändert, indem von außen in alle Beteiligten, sofern dies nötig ist,
Ressourcen hineingebracht werden. Dies kann direkt geschehen ("Was hätte diese Person damals gebraucht, um anders reagieren zu können?" und / oder auf die positive Absicht Bezug nehmen ("Wie hätte diese Person ihre eigentliche Absicht besser umsetzen können?"). Diese Ressourcen werden aktiviert (z.B. durch Einnehmen eines passenden Ortes auf der Boden-Zeitlinie) und den Beteiligten (assoziiert) "gegeben" (Dabei
verschmelzen jeweils zwei Anker). Dieser Prozeß geht über mehrere Stufen. K überprüft (unter Umständen mehrmals), ob die Beteiligten mit ihrem neuen Verhalten und mit den neuen Verhaltensweisen der anderen Beteiligten zufrieden sind. Dies gilt auch und vor allem für das jüngere Selbst. Ist das der Fall, erlebt K die nunmehr veränderte Szene nochmals
assoziiert in allen
Repräsentations-Systemen, zuerst in den Wahrnehmungspositionen der Beteiligten und zuletzt in der Wahrnehmungsposition des jüngeren Selbstes. (Hierbei achtet T darauf, ob K
kongruent in allen Positionen eine Ressourcen-Physiologie zeigt. Wenn nein, werden aus der dissoziierten Position heraus zusätzliche Ressourcen in die Szene hineingebracht, - solange, bis von außen betrachtet und von innen erlebt, alle Beteiligten mit dem, was in der Szene passiert und wie sie sich verhalten können, zufrieden sind).
(D) In der letzten Phase wird die veränderte Prägungs-Sitution mit der Gegenwart (oder auch mit der Zukunft) verbunden. K geht dabei assoziiert in die neue Situation heinein, aktiviert und erlebt alle Ressourcen, die jetzt in der Szene enthalten sind, und unternimmt mit diesem Gefühl den Weg zurück in die Gegenwart (Science-Fiction-Fans nennen diesen Prozeß "back to the future"). In vielen Fällen werden jene Erinnerungen wieder aktiviert, die auf der Reise von der Gegenwart in die Vergangenheit erlebt wurden: das Leben wird "neu geschrieben", der "rote Faden" wird neu aufgerollt. (Dieser Prozeß kann einige Zeit dauern). Wurde die Neuprägung für ein Hindernis zu einem Ziel gemacht, so ist es hilfreich mit diesem Gefühl bis jenem Zeitpunkt in der Zukunft zu gehen, wo das Ziel erreicht ist und den Weg ins Ziel zu genießen.
Die Technik der Neuprägung gilt für viele als einer der Höhepunkte des NLP. (Eine Sonderform ist die Neuprägung der Eltern.
Ausführliche Übungs-Anleitung dazu). Neuprägung ist eine Erweiterung und Kombination der Techniken
History change,
Phobie-Technik,
Neues Verhalten erzeugen (new behavior generator) und
Reframing. Sie verlangt die Beherrschung aller NLP-Methoden und soll nur von NLP-erfahrenen Personen durchgeführt werden. Sie ist in der Regel ein tiefgehendes Erlebnis und kann oft nachhaltige Auswirkungen auf das Verhalten und die
Identität einer Person ausüben.
Übungs-Anleitung 1 (Walter Ötsch),
Übungs-Anleitung 2 (Alexa Mohl).