Meta-Spiegel Robert Dilts hat vorgeschlagen, die drei traditionellen Wahrnehmungs-Positionen durch eine vierte Position zu ergänzen, die er Meta-Spiegel (meta mirror) nennt. Der Meta-Spiegel ist eine Meta-Position zu den drei anderen Positionen. Vom Meta-Spiegel (in einer NLP-Intervention meist als Boden-Anker definiert) kann das Beziehungsmuster zwischen dritter und erster Position erkundet werden: die Art, wie die dritte Person mit der ersten Person umgeht, z.B. ob sie übertrieben kritisch ist. Dilts meint, daß eine Reflexion über diese Interaktion einen "Spiegel" abgibt, wie sich Menschen selbst behandeln (welche Beziehung sie zu Ihrem Selbst-Bild) haben. Die vierte Position dient dazu, diese Beziehung zu erkunden. Dazu ist es hilfreich, von der Interaktion von dritter und erster Position zu abstrahieren, sich von den dabei beteiligten Gefühlen zu dissoziieren und dieses (innere) System von außen zu erkunden. Übungs-Anleitung

Milton-Modell Das Milton-Modell ist nach Milton Erikson benannt. Das Milton-Modell beschreibt, wie sprachlich Tilgungen, Verallgemeinerungen und Verzerrungen als Prozeß-Elemente so eingesetzt werden können, daß der Zuhörer die konkreten Inhalte aus seiner Erfahrungs-Welt hinzufügt. Das Milton-Modell ist ein Katalog von Sprach-Muster, um den inneren Zustand einer Person zu spiegeln, Zugang zu unbewußten Ressourcen zu bekommen und eine Person sprachlich zu führen. Es besteht aus zwei großen Teilen: (A) einer Umkehrung des Meta-Modells und (B) zusätzlichen Elementen hypnotischer Sprache.

(A) Das Milton-Modell ist die Umkehrung der Sprachmuster aus dem Meta-Modells (es wird auch inverses Meta-Modell genannt). Im Meta-Modell will man die Tiefen-Struktur erkunden. Das Ziel ist die Gewinnung präziser Informationen. Die Sprache ist konkret und genau. Im Milton-Modell will man Personen in innere Zustände führen: die Sprache ist kunstvoll vage und ungenau. Im Meta-Modell werden jene Sprachmuster hinterfragt, die als "Verletzung des Meta-Modells" gelten. Im Milton-Modell werden diese Sprachmuster bewußt angewandt. Beim Meta-Modell will man die Tiefen-Struktur entdecken. Beim Milton-Modell will man auf der Oberflächen-Struktur bleiben.

Der Katalog der Sprach-Muster des Milton-Modell folgt dem Katalog aus dem Meta-Modell. Es geht um den Einsatz von Tilgungen, Verallgemeinerungen undVerzerrungen.Tilgungen lassen Informationen weg: "Es ist so interessant" (unspezifisches Subjekt, unbestimmter Inhaltsbezug) "immer wieder wahrzunehmen" (unspezifische Verb), "daß es besser ist" (Vergleich, Bewertung) "die Neugierde" ( Nominalisierung). "zu wecken".

Ein anderes Beispiel: "Jeder" (Universalquantor) "kann" (Modaloperator der Möglichkeit) "und jeder muß" (Modaloperator der Notwendigkeit) "diesen Sätzen Bedeutung geben. Und indem Sie das tun, haben Sie gerade etwas sehr Wichtiges erfahren" (komplexe Äquivalenz). "Und genau das macht es Ihnen leicht" (Ursache-Wirkungs-Konstrukt) "zu verstehen" (gewagte Vorannahme!, gleichzeitig Gedankenlesen), "wie all das natürlich in Ihr Unbewußtes eingefügt werden kann, ohne daß Sie wissen, wie dies geschieht". Kurzüberblick über diese Sprach-Muster.

(B) Daneben zählen zum Milton-Modell eine Reihe weiterer hypnotischer Sprach-Mustern. Beispiele sind: eingebettete Befehle, eingebettete Fragen, negative Befehle, Konversations-Postulate, Vorannahmen oder Zitate.

Die Sprachmuster des Milton-Modells kann man im Alltag oft beobachten. Im NLP geht es darum, (1) die Sprachmuster des Milton-Modells zu kennen, (2) die Sprachmuster des Milton-Modells bei anderen zu entdecken, (3) die Sprachmuster des Milton-Modells gezielt einzusetzen. .

Mirroring spiegeln

Misch-Physiologie Physiologie, die eine Person bei einer erfolgreichen Änderungs-Technik zeigt. Eine Misch-Physiolgie tritt in dem Augenblick auf, bei dem sich Problem- und Ressourcen-Zustand mischen, z.B. bei der Technik des Anker-Verschmelzen. Wenn jemand in seiner Vorstellung eine problematische Situation mit Ressourcen anreichert, dann "vermischen" sich beide Zustände und eine eigene Physiologie als Mixtur von Problem- und Ressourcen-Physiologie wird sichtbar. Das Auftreten einer Misch-Physiologie ist ein Zeichen, daß einen innere Umorientierung stattfindet.

Mismatchen, Mismatching Gegenteil von matching, in beiden Bedeutungen:
(1) Das Verhalten einer Person bewußt nicht spiegeln, um Rapport zu brechen oder zu beenden.
(2) eines der (komplexen) Meta-Programme. Beim Mismatching wird die Aufmerksamkeit auf das gelenkt wird, was ungleich oder unähnlich ist.

Mitgehen Wörtliche Übersetzung des Englischen pacing. Spiegeln.

Modalverben Modalverben sind die Verben: wollen, sollen, müssen, dürfen können und mögen. In NLP wird dafür meist der Ausdruck Modaloperator verwendet.

Modaloperatoren Modaloperatoren (im Englischen modal operators) modifizieren den Inhalt eines anderen Verbes: "Sie können sich das merken". Modaloperatoren werden meist in zwei Gruppen unterteilt: in Modaloperatoren der Notwendigkeit (müssen, sollen, ) und in Modaloperatoren der Möglichkeit (dürfen, können, ). Modaloperatoren sind ein Hinweis für verinnerlichte präskriptive Regeln, und damit oft für einschränkende Beliefs. Sätze mit Modaloperatoren gelten als Verletzungen des Meta-Modells. Sie werden meist den Verallgemeinerungen zugeordnet.

Modalitäten Mit Modalitäten meint man im NLP die fünf (meist zu vieren zusammengefaßten) Sinnes-Kanäle (die Sinnes-Modalitäten). Die Submodalitäten sind die Untereigenschaften.

Modell Der Ausdruck Modell findet sich in NLP in mehreren Bedeutungen.

(1) Bewußtsein ist ein ungeheurer Auswahl-Prozeß: jede Repräsentation, alles was wir wahrnehmen, denken, fantasieren, ist nur ein Modell. Wir sind nicht fähig, die Welt so wahrzunehmen, "wie sie ist", sondern wir können die Welt nur in Form innerer Landkarten, innerer Modelle erfahren. Eine Landkarte ist nicht das Territorium. Wir kennen das Territorium unserer Welt nur in Form unserer Landkarten der Welt. Landkarten wählen aus: sie betonen bestimmte Aspekte und blenden andere aus. Landkarten sind Wahrnehmungs-Filter Landkarten enthalten Beliefs und Vorannahmen, die als solche nicht erkannt werden.

Modelle zu bauen ist ein natürlicher Vorgang. Wir bauen die ganze Zeit Modelle von der Welt, von anderen, von uns selbst. Jede innere Repräsentation über innere und äußere "Tatbestände" ist ein Modell. Jeder Akt der Wahrnehmung ist auf unbewußter Ebene eine Modell-Bildung.Wahrnehmen heißt für wahr nehmen. Wie Menschen Modelle im allgemeinen machen, beschreibt NLP im Meta-Modell der Sprache.

(2) NLP ist ein praktischer Ansatz. NLP liefert praktische Handlungs-Anleitungen und konkrete Prozeß-Schritte, die auf konkrete inhaltliche Probleme angewendet werden können. NLP hat aufgrund seiner Tradition (NLP hat sich im nicht-akademischen Bereich entwickelt) und aufgrund seiner konstruktivistischen Basis kein großes Interesse an der Schaffung von "Theorien". NLP präsentiert sich oft als "theorieloser Ansatz" - und legt gleichzeitig Wert auf seine empirische Überprüfbarkeit. (In meiner Ausbildung habe ich die Trainer mit dem Spruch genervt: "NLP hat keine Theorie, aber diese Theorie kann man testen"). Die Ansicht, NLP sei theorielos, wird langsam revidiert und mittlerweilen gibt es auch im deutschen Sprachraum fundierte theoretische Arbeiten von und zu NLP. (Tatsächlich hat NLP theoretische Tiefe, viele Implikationen sind aber noch nicht erforscht). Die scheinbare Theorielosigkeit in NLP hat auch mit der pragmatischen Wurzel des NLP zu tun. Der amerikanische Pragmatismus (die Hauptströmung der Philosophie der USA in diesem Jahrhundert) versteht alle Begriffe und Theorien (auch wissenschaftliche Begriffe und Theorien) nicht als Widerspiegelungen, als Abbilder einer "äußeren Realität", sondern als Mitteln, die sich durch soziale Konventionen gebildet haben. Modelle in NLP sind Theorien im einem pragmatischen Wissenschafts-Verständnis. Grinder und Bandler gehen noch weiter und grenzen ihre Modelle von "Theorie" (was ist das?) strikt ab. Sie argumentieren dabei in der Denk-Tradition des amerikanischen Pragmatismus: "Ich wähle bewußt den Ausdruck "Modell" im Gegensatz zu dem Begriff "Theorie". Ein Modell ist einfach eine Beschreibung, wie etwas funktioniert, ohne Festlegung, warum es so sein mag. Eine Theorie hat die Aufgabe, eine Rechtfertigung dafür zu liefern, warum verschiedenen Modelle anscheinend mit der Realität übereinstimmen. Wir sind Modellbauer und bitten Sie, diese Arbeit als ein Modell zu beurteilen, unabhängig davon, ob es wahr oder falsch, richtig oder unrichtig, ästhetisch oder unästhetisch ist. Sie sollten herausfinden, ob es etwas nützt oder unnütz ist."

(3) Ein Modell ist die Person, die von einer NLP-erfahrenen Person modelliert wird (siehe unten). Modell hat hier die Bedeutung von Vor-Bild.

Modell der Welt Welt-Bild

Modellieren, modeling Modellieren ist der Prozeß des Ab- und Nachbildens menschlicher Höchstleistungen. Modellieren ist ein Kernstück des NLP. Das NLP begann als 1972, als John Grinder und Richard Bandler anfingen, sich gegenseitig zu modellieren und dann andere erfolgreiche Therapeuten modellierten. Dabei ging es nicht um eine Erklärung der "Ursachen" hervorragender Leistungen (in NLP oft Exzellenz genannt), sondern um das "Wie": was sind die Muster erfolgreicher Menschen? Welche inneren Prozesse laufen dabei ab? Was genau müßte jemand denken und tun, um die gleichen Resultate zu erzielen?

Ein vollständiger Modellierungs-Prozeß umfaßt drei Phasen:

(1) Die Phase der Informations-Sammlung beim Modell. Die Methoden dazu können sein: (a) ein Modell befragen, (b) es veranlassen, exzellente Tätigkeiten zu tun oder davon zu sprechen und dabei genau zu beobachten, welche inneren Prozesse ablaufen, (c) eine Identifikation mit einem Modell (das können auch fiktive Personen sein) aus der zweiten Wahrnehmungs-Position. Dabei werden u.a. das Verhalten, die Physiologie, die Beliefs und Werte, die inneren Zustände, die Strategien und Meta-Programme eines Modells erkundet. Durch Identifikation und Nachspielen wird versucht, diese inneren und äußeren Prozesse, so gut dies geht, im eigenen Verhalten und Erleben nachzuvollziehen. Das Ziel ist die Erreichung eines körperlichen und inneren Zustand, bei dem man glaubt, gleiche oder ähnliche Ergebnisse erzielen zu können.

(2) In der zweiten Phase wird versucht, das komplexe (äußere und innere) Verhalten des Modells auf seine Kern-Elemente zu reduzieren. Dies kann dadurch ereicht werden, indem gewisse Elemente weggestrichen werden, um herauszufinden, was wesentlich ist und was nicht. In dieser Phase formt sich ein bewußtes Verständnis der "Funktionsweise" des Modells.

(3) In der letzten Phase werden die Kern-Elemente in eine Struktur gebracht, meist Strategie genannt. NLP ist immer darauf aus, komplexe Verhaltensmuster und komplexe innere Prozesse (a) in einfache Zusammenhänge zu übersetzen, die man sich selbst und anderen erklären kann, und (b) in einfachen Prozeß-Schritten festzuhalten, die man sich selbst und anderen lehren kann. NLP geht davon aus, daß Exzellenz erlernt und trainiert werden kann. Strategien erkunden, Strategien installieren.