Mehrfache Beschreibung Die unterschiedliche Beschreibung des gleichen Tatbestandes, aus unterschiedlichen Perspektiven, mit unterschiedlichen Inhalten. Wenn alle Wahrnehmung durch Wahrnehmungs-Filter getrübt ist, dann gibt es keine "wahre" Beschreibung von etwas, sondern eine Vielzahl möglicher Beschreibungen, die alle eine gewisse Plausibilität haben können. Effiziente Kommunikation bedingt auch die Fähigkeit, sogenannte "Tatsachen" mehrfach beschreiben zu können und einen Zugang zur Beschreibung anderer Menschen zu finden. NLP präsentiert eine Reihe von Modellen und Verfahren, die zur Mehrfach-Beschreibung geeignet sind. Beispiele sind der Unterschied zwischen einer assoziierten und einer dissoziierten Beschreibung, das Modell der Wahrnehmungspositionen, die Meta-Programme oder die Verfahren des Reframings.

Mentoren-Technik Ein Mentor ist ein Ratgeber, ein Berater, ein wohlwollender weiser Freund. Bei der Mentoren-Technik des NLP werden reale oder fiktive Mentoren als Ressource genutzt. Dies können Personen sein, die jemand kennt, von denen er/sie gehört oder gelesen hat, Personen aus Romanen oder Filmen, Märchen-Figuren, Tiere, Pflanzen, mystische Gestalten oder abstrakte Wesen (alles, was im Belief-System des Klienten / der Klientin Platz hat und Sinn macht. In NLP werden fiktive Wesen nicht als "real", sondern als metaphernhafte Beschreibungen von Teilen im Unbewußten interpretiert). Die Mentoren-Technik eignet sich für stuck states, die mit neuen Ideen angereichert werden sollen. Sie wird in der Regel mit Hilfe von Boden-Ankern durchgeführt. Die wichtigsten Schritte sind:
(1) Das Problem assoziiert erleben,
(2) sich vom Problem dissoziieren,
(3) Mentoren bestimmen,
(4) dissoziiert befragen oder assoziiert aus einer zweiten Wahrnehmungs-Position erleben und durch die Mentoren neue Ideen für das Problem bekommen, und
(5) alle neuen Ressourcen ins Problem (an den Ort des Problems) hineinbringen (und das Verschmelzen der Anker genießen). Anleitung zur Übung "Die drei Mentoren".

Meta Das Wort Meta kommt aus dem Griechischen und wird meist in der Bedeutung von über, ober- oder außerhalb verwendet (die zusätzliche Bedeutung "neben" findet sich im NLP-Begriff Meta-Botschaft, siehe unten). Das Meta-Modell des NLP ist ein Modell über menschliche Modell-Bildung generell. Eine Meta-Position ist eine Position außerhalb einer anderen Position, von der über sie reflektiert werden kann. Im Modell der Wahrnehmungs-Positionen ist die dritte Position eine Meta-Position zu den ersten beiden. Der Meta-Spiegel, die vierte Position, ist eine Meta-Position in Bezug auf erste und dritte Position. Die Fähigkeit, eine unendliche Zahl von Meta-Positionen und Meta-Ebenen entwerfen zu können, ist eine grundlegende Fähigkeit des Bewußtseins, das immer wieder über die Inhalte einer bestimmten Ebene von einer höheren Warte aus reflektieren kann. Effiziente Kommunikation bedeutet auch, auf Inhalte zu achten und gleichzeitig eine Meta-Position zu aktivieren, d.h. Prozesse zu erkennen. Die Prozeß-Techniken des NLP aktivieren generell eine Meta-Position zum aktuellen Geschehen. Die Selbststeuerungs-Techniken des NLP fördern die Fähigkeit, zu sich selbst und seinen inneren Zuständen eine Meta-Position einzunehmen.

Meta-Botschaft Das Wort Meta-Botschaft findet sich in NLP in zweifacher Bedeutung.

(1) Eine Meta-Botschaft ist eine Botschaft über eine Botschaft. Jede Information, die eine Person gibt, enthält vielfältige Informationen über die Botschaft selbst. Beispiele sind die Art der Botschaft (ob es sich z.B. um einen Liebes-Brief oder um einen Droh-Brief handelt), über den Status (z.B. in einer sozialen Hierarchie) und den inneren Zustand von Sender und Empfänger. Mit jeder Botschaft wird ein Kontext angesprochen oder neu festgelegt, in dem die Botschaft ausgetauscht wird. Die Meta-Botschaften von Botschaften werden in vielen Fällen durch nonverbale Signale, durch die Körper-Sprache, transportiert, z.B. durch den Tonfall, mit der jemand etwas sagt, oder durch Körperhaltung und Gesten, die einen Satz begleiten. Kongruenz bedeutet die Übereinstimmung von Botschaft und Meta-Botschaft.

(2) Als Meta-Botschaft wird in der Folge der Untersuchungen von Gregory Bateson und den anderen Mitgliedern des MRI (Mental Research Institutes) der nonverbale Teil einer Kommunikation bezeichnet, wenn er mit dem verbalen Teil im Konflikt steht. Eine Meta-Botschaft in dieser Bedeutung ist immer eine inkongruente Botschaft. "Meta"-bedeutet hier nicht übergeordnet, in Sinne eines hierarchischen Verhältnisses (der nonverbale Teil ist die "Wahrheit", der verbale Teil ist "gelogen"), sondern mehr eine "Para"-Botschaft: beide Botschaften stehen gleichberechtigt nebeneinander. Sie sind Ausdruck von nicht zusammenpassenden Teilen des Welt-Bildes einer Person. Einen Teil dieses Welt- oder Selbstbildes, bzw. der "inneren Landkarte" wird im verbalen Teil deutlich (Jemand sagt ich: "Ich liebe dich"), ein anderer Teil wird im Nonverbalen deutlich: seine Stimme drückt Verzweiflung oder Wut aus. Die Interpretation als Para-Botschaft findet ihren praktischen Ausdruck in der Technik des Kurzschließens.

Ist der Körperausdruck oder die Stimmqualität nicht in Übereinstimmung mit den Worten des Kommunizierenden, so gehen Therapeuten anderer Schulen davon aus, daß der nonverbale Teil der Kommunikation die "Wahrheit" übermittelt und der verbale Teil quasi "gelogen" ist. Damit wird ein eigenartiger Wahrnehmungs-Filter installiert, der eine detektivistische oder inquisitorische Haltung Klienten gegenüber begünstigen kann. Sagt ein Klient etwa: "Ich liebe meine Frau wirklich", ballt dabei die Hände zu Fäusten und spricht mit harter Stimme, dann sagt der Therapeut vielleicht "Ich höre ZWAR, daß Sie sagen, sie lieben sie, ABER (mit Zeigefinger und Blick auf die Hände des Klienten gerichtet) was haben wir denn hier?!" NLP vermeidet solche Spiele.

Meta mirror Meta-Spiegel