Kraft-Quelle Quelle.

Kriterien Der Wert oder Standard, nach dem eine Person Entscheidungen trifft oder Aussagen über sich selbst oder über andere, über Situationen, Probleme, usw. tätigt. Kriterien zeigen an, was einem Menschen wichtig ist, was ihn motiviert. Von Werten spricht man in NLP eher, wenn übergeordnete Wichtigkeiten gemeint sind, wie etwa "Freude am Leben", "Selbstverwirklichung", "Wahrhaftigkeit" oder "Gerechtigkeit", Von Kriterien spricht man eher, wenn spezielle Wichtigkeiten in einem speziellen Kontext gemeint sind, wie etwa ein bestimmter Aspekt in der Arbeit. Näheres unter Werten.

Kritiker(in) Einer von drei Zuständen bei der Walt-Disney-Strategie. Der Kritiker ist dafür zuständig, dem Plan des Realisten ein Feedback aus einer Außen-Position zu geben.

Kulturelles NLP NLP ist traditionell auf das Individuum konzentriert, es dient in der Regel der Verbesserung individueller Lebens-Qualität. Die Übertragung von NLP auf soziale Gegebenheiten ist noch wenig erforscht. Kulturelles NLP beschreibt den Versuch, Grundannahmen, Ideen, Konzepte und Techniken des NLP auf Kulturen anzuwenden. Unter Kultur verstehen wir hier große soziale Gebilde, die über eine längere Zeit andauern, wie die Kultur des Mittelalters, der Neuzeit oder der Aborigines. Kulturelles NLP will zum Verständnis unterschiedlicher Kulturen beitragen und einige Aspekte der Dynamik und Weiterentwicklung von Kulturen erhellen. Dazu ist inbesondere der Belief-Gedanke geeignet. Er besagt, daß jede Art von Wahrheits- oder Wirklichkeits-Konstruktion nur eine Modell-Bildung, eine Konstruktion ist. Beliefs können auf verschiedenen Ebenen studiert werden, wie rein pesönliche Beliefs oder die Beliefs einer Grupee oder einer sozialen Schicht. Kulturelle Beliefs sind beliefs, die die meisten Mitglieder einer Kultur teilen. Kulturelle Beliefs beinhalten die "fundamentalen Wahrheiten" einer Kultur, - das, was die Menschen einer Kultur als letzte Wahrheit erachten, das, was als "eigentliche Wirklichkeit" definiert ist. Im Mittelalter zum Beispiel glaubten die Menschen, daß sie in einer Welt aus hierarchisch geordneten Ebenen lebten, die Gott erschaffen hat. Ein Kleriker zum Beispiel wurde einer höheren Ebene zugeordnet als ein Bauer und man glaubte, daß diese Ebenen wirklich existieren und Unterschiede zwischen Menschen beschreiben, die so real sind wie die Unterschiede zwischen vrschiedenen Arten von Tieren. Wenn viele Menschen eine solche Überzeugung teilen, dann wird sie "real", weil die meisten ihr soziales Leben danach ausrichten. Kulturelle Beliefs geben die Orientierung für ein "normales" Leben in einer Kultur vor. Sie beschreiben die "Selbstverständlichkeiten" einer Kultur, ihre geheimen Vorannahmen, - das, worüber die meisten Menschen nicht nachdenken (über Selbstverständlichkeiten denkt man nicht nach).

Kulturelle Beliefs lenken die Wahrnehmung im Alltag: ein Keriker wurde im Mittelalter als "wertvoller" wahrgenommen als ein Bauer. Wenn beide, Bauer und Kleriker, dieses Belief teilen, dann konstruieren sie gemeinsam eine soziale Realität, die ihnen selbstverständlich vorkommt. Von außen betrachtet, erscheint die soziale Hierarchie des Mittelalters absurd: aus unserer Perspektive handelt es sich um ein Herrschafts-System, wo Kleriker über Bauern unrechtmäßig Macht ausüben. Im Kontext der Kultur geht es nicht um "Herrschaft", sondern um eine legitime Ordnung, die in Ordnung ist.

Für jede Kultur kann ein enger Zusammenhang ihrer Realitäts-Definition (jede Kultur muß definieren, was sie für "real" hält) mit ihrer Ziel-Definition - mit dem, was die großen (kulturellen) Ziele sind - gezeigt werden. Wenn Menschen gemeinsam etwas für real halten, an irgendeine Wirklichkeit glauben, dann konstruieren sie gemeinsam ein gewaltiges Ziel-Bild, das ungeheure Energien freisetzt. Im Mittelalter glaubten die Menschen an Gott und die Seele. Das kulturelle Ziel war "ein frommes Leben", "edel" zu werden. Wenn die Menschen aufhören, an diese Realität zu glauben, dann lenken sie ihre Energien kollektiv auf andere große Ziele: sie wollen zum Beispiel reich werden, viele Dinge besitzen und viel konsumieren (im Mittelalter was all das verpönt, und Menschen, die diesen Zielen nachjagten, wurden verachtet).

Diese Überlegungen können auch für unsere Kultur relevant sein. Welche Annahmen liegen unseren Ansichten über die "eigentliche Wirklichkeit" zugrunde? An welche Realität glauben wir? Was sind die geheimen Vorannahmen unserer Kultur? Welche kulturellen Beliefs teilen wir? Wie sind diese Beliefs geschichtlich gewachsen und wie verändern sie sich? Welche Auswirkungen hat das auf den Alltag? Einige Gedanken dazu finden Sie unter dem Stichwort mechanistisches Welt-Bild.

Kurzschließen Mit Kurzschließen bezeichnet man im NLP eine spezielle Art des Spiegelns (Pacing). Angenommen, eine Person A zeigt ein inkongruentes Verhalten. Eine andere Person B wendet die Technik des Kurzschließens an, wenn sie den verbalen Teil der Inkongruenz von A in ihr nonverbales Verhalten und den nonverbalen Teil in ihr verbales Verhalten übernimmt (klingt komplizierter als es ist). Angenommen A sagt freundliche Worte und ballt dabei die Fäuste. B spiegelt die Inkongruenz von A, indem sie wütende Worte mit offenen Armen sagt. In vielen Fällen kann folgende Reaktion von A beobachtet werden: (1) A drückt die eine Seite der Inkongruenz kongruent aus (A wird zum Beispiel verbal und nonverbal "freundlich"). A identiziert sich sozusagen mit der einen Seite seiner Polarität. (2) Danach wird A die andere Polarität kongruent ausdrücken (A wird zum Beispiel verbal und nonverbal "wütend"), identifiziert sich also mit der anderen Seite. Die gleichzeitige (simultane) Inkongruenz wird auf diese Weise von A in eine stufenweise (sequentielle) Inkongruenz überführt.

Das Kurzschließen als Technik ist Ausdruck der Tatsache, daß im NLP nicht davon ausgegangen wird, daß das nonverbale Verhalten "meta" zum inkongruenten verbalen Verhalten steht: ihm also übergeordnet ist. NLP interpretiert beide Verhalten als "Para"-Botschaften, wobei "para" gleichwertig nebeneinanderstehend bedeutet.

Die Technik des Kurzschließens leistet B auch wertvolle Dienste, um eigene Wahrnehmungs-Filter zu überprüfen. Kurzschließen anzuwenden bedeutet in gewissen Sinne, mit der Inkongruenz einer anderen Person zu spielen: B ist frei von dem Konflikt in A. Kann B den nonverbalen Teil von A nicht verbal spiegeln (oder umgekehrt den verbalen Teil nicht nonverbal), dann hat B nicht genug Abstand zum Problem von A (B ist in gewissen Sinn involviert). Zwei Möglichkeiten des Involviert-Seins: (1) Der Konflikt, der in dieser speziellen Inkongruenz von A deutlich wird, spiegelt direkt eine Inkongruenz von B wider. (2) B kann mit dem verbalen oder dem nonverbalen Teil der Inkongruenz noch nicht adäquat umgehen. (Wenn also jemand in seiner näheren Umgebung genau den Teil zeigt, mit dem B nicht umgehen kann, wird er meist zu starke Gefühle - als seine eigene Reaktion auf diese Inkongruenz - entwickeln). Das Unvermögen, "kurzzuschließen", kann B zum Anlaß nehmen, eigene unaufgelöste Themen als Projektionen zu erkennen.