Kalibrieren Kalibrieren bedeutet wörtlich eichen. Auf meinem Bildschirm erscheint von Zeit zu Zeit ein Insert, in dem mir mitgeteilt wird, daß der Bildschirm seit soundsoviel Tagen nicht "kalibriert" wurde. Gebe ich den Befehl zum Kalibrieren ein, dann werden die Parameterwerte, die den Bildschirm regeln (wie Helligkeit, Farbauflösung, Kontraste) neu eingestellt, der Bildschirm wird neu geeicht.
Kalibrieren in der NLP-Sprache bezieht sich auf den Kommunikationsprozeß. Wenn ich eine Person kalibriere, dann stelle ich mich auf diese Person ein. Kalibrieren verlangt die Fähigkeit, durch
genaues Wahrnehmen nonverbaler Signale den inneren Zustand einer Person (oder einer Gruppe) zu erkennen und sich präzise darauf einzustellen. Kalibrieren heißt den inneren Zustand zu kennen, indem die dazupassende
Physiologie wahrgenommen wird. Beim Kalibrieren konzentriert sich ein geschulter Beobachter auf exakte Details im beobachteten Verhalten einer Person, wie dem Rhythmus von Körperbewegungen oder des Atems. Kalibrieren ist eine der Basis-Technik des NLP. Sich auf eine Person präzise einzustellen, verlangt die Fähigkeit, sich nach außen zu konzentrieren (
up-time). Kalibrieren ist die Voraussetzung dafür, sich mit dem eigenen Körper und mit der eigenen Stimme einer anderen Person anzupassen, sie zu
spiegeln, und mit ihr in
Rapport zu gehen. In vielen NLP-Prozessen ist das Kalibrieren des
Problem-Zustands ein wichtiger erster Schritt für eine erfolgreiche Intervention. Die NLP-geschulte Kommunikatorin erlangt dadurch exakte Kenntnis über die
Problem-Physiologie, wie sich eine Person dabei bewegt, wohin sie schaut, wie sie atmet, usw. Den inneren Zustand einer Person zu kalibrieren, bedeutet sich von diesem Zustand ein exaktes inneres Bild zu machen, es sich innerlich einzuprägen und dazu eine gefühlsmäßige Vorstellung zu entwickeln (z.B. durch Einnahme der zweiten
Wahrnehmungs-Position durch die Kommunikatorin). Dieses Bild und das darin enthaltene Wissen ist ein Referenzpunkt für die weitere NLP-Intervention, an dem ihre wahrscheinliche Wirksamkeit getestet wird. Wird z.B. am Ende der Intervention der Problem-Zustand noch einmal aktiviert, so muß die Kommuniktorin durch erneutes Kalibrieren deutlich wahrnehmbare Unterschiede feststellen können, z.B. veränderte Bewegungen oder ein anderes Atem-Muster. Sind keine Unterschiede erkennbar oder gehen die Unterschiede nicht in die gewünschte Richtung, dann weiß die Kommunikatorin, daß die angewandte NLP-Intervention wenig Wirkung oder vielleicht sogar eine gegenteilige Wirkung haben kann.
Kalibrierte Schleifen, calibrated loops Ein unbewußter Kommunikations-Prozeß, in dem eine Person auf Auslöser einer anderen Person gleichsam automatisch reagiert. Eine kalibrierte Schleife ist eine sich ständig wiederholende Sequenz, wo der Kommunikationspartner A einen
Anker setzt, worauf Partner B mit einer
Problem-Physiologie reagiert. Mit kalibrierter Schleife meint man im NLP das, was in anderen Ansätzen auch Interaktions- oder Kommunikations-Sterotypien oder Interaktions- oder Kommunikations-Redundanzen heißt. Kalibrierte Schleifen können bei A und B gleichzeitig auftreten. A setzt einen Anker für B, B reagiert mit einem bestimmten Verhalten, was für A zum Anker für genau dem Verhalten wird, was am Anfang der Schleife stand, usw.
Ein Beispiel für eine visuelle kalibrierte Schleife ist ein ausgestreckter Zeigefinger (visueller Anker), der immer wieder beim Kommunikations-Partner eine Problem-Physiologie mit verminderter Atmung, etc., induziert (oder eine einseitig hochgezogene Augenbraue oder ein bestimmter Blick). Ein Beispiel für eine auditive kalibrierte Schleife ist eine Zunahme der Lautstärke, vielleicht verbunden mit einer Steigerung der mittleren Tonhöhe. Gut geeignet für die Installation kalibrierter Schleifen (Wollen Sie Ihre Fähigkeit, jemanden zu ärgern, verbessern?) sind auch bestimmte Reizworte, oder auch Redewendungen, bzw. einleitende Floskeln wie "Weißt Du, äh, ....", die jedes Mal eine Problem-Physiologie beim Kommunikations-Partner induzieren (Dabei genau auf die Wirkung achten!). Die Problem-Physiologie kann sehr unterschiedlich sein: manchmal nimmt der Muskeltonus eher ab (Erschlaffung), manchmal nimmt er eher zu (Anspannung). Gemeinsam ist den Problem-Physiologien, die Interaktions-Partner in Clinch-Situationen zeigen, die Verminderung der Frequenz und der Tiefe der
Atmung (oder auch ein Stocken oder ein Anhalten des Atems).
Kapazität
Fähigkeiten
Kern der Persönlichkeit Die Vorstellung, daß es ein "innerstes Wesen" einer Person gibt. Den Kern der Persönlichkeit wollen unterschiedliche Weiterentwicklungen des NLP erkunden. Beispiele sind die
Imperative Selbst-Analyse, die Core transformation oder der
Ur-Credo-Prozeß. Sie alle basieren auf der Annahme, daß der Kern der
personalen Identität auf der über- oder vor-personalen Ebene der
Zugehörigkeit liegt.
Ketten-Anker Eine bewußt gesetzte Kette von Ankern (z.B. hintereinander auf den fünf Knöchel einer Hand), die es erlauben ein Spektrum innerer Zustände nach und nach zu durchwandern. Ein Beispiel ist folgende Kette: (1)
stuck state, (2) Zweifel, (3) Erleichterung, (4) Freude, und (5) Selbstvertrauen. Ein wirkungsvoll gesetzter Ketten-Anker, der einige male gesetzt ist, kann die Tendenz zu einer Automatik entwickeln, - d.h. der Organismus hat gelernt auf den ersten Reiz (in unserem Fall: den stuck state) gleichsam automatisch mit einem Prozeß zu reagieren, die schließlich zu einem Zustand von Selbstvertrauen führt. Der gesamte Prozeß kann sehr schnell ablaufen, vielleicht in 10 Sekunden.
Ketten-Anker können kinästhetischer (z.B. Berührung), visueller (z.B. Zeichen), auditiver Art (z.B. durch Abfolge unterschiedlicher Töne), usw. sein.
Kinästhetisch bezieht sich auf Körper-Eindrücke, Körper-Sensationen, Körper-Empfindungen, Gefühle, innere körperliche Zustände. Im NLP wird der Ausdruck kinästhetisch in einem sehr weiten Sinn verwendet. Er umfaßt jede Art von Gefühlen und Emotionen, alle Arten von körperlichen Eindrücken, - in der Regel auch inklusive der körperlichen Sensationen auf der Haut, wie berühren. Kinästhetik im NLP bezeichnet den Gesamtbereich der Körperempfindungen. Die Medizin unterscheidet hier die
propriozeptiven Empfindungen (von den Bewegungs-Organen), die
viszeralen Empfindungen (aus dem Körper-Inneren), die
haptisch/taktilen Empfindungen (von der Körper-Oberfläche), sowie auch Temperatur- und Schmerz-Empfindungen. Die Kinästhetik ist eine der fünf (im NLP meistens zu vieren zusammengefaßten)
Sinnes-Kanäle (auch Modalitäten genannt). Kinästhetische Eindrücke (und Vorstellungen) sind eines der
Repräsentations-Systeme im NLP, untergliedert nach einzelnen
Untereigenschaften. Typische kinästhetische Untereigenschaften sind der Ort von Gefühlen im Körper, ihr Rhythmus, ihre Intensität, Wärme-Empfindungen oder -Vorstellungen oder Eindrücke und Empfindungen von hart oder weich, glatt oder rauh, feucht oder trocken.
Liste von Untereigenschaften.
Kinästhetisches Selbst Ein Gefühl im Bauch zum eigenen Selbst-Bild, als Ausdruck der
personalen Identität.
Kognitive Psychologie Anmerkungen zur kognitiven Psychologie finden Sie unter dem Stichwort
Computer-Metapher des Geistes.
Kollaps-Anker
Anker verschmelzen
Kommunikations-Techniken des NLP NLP beschäftigt sich mit der Kommunikation mit anderen und mit sich selbst, d.h. alle Techniken des NLP sind definitionsgemäß Kommunikations-Techniken. Unter Kommunikations-Techniken im engeren Sinn sind alle Techniken gemeint, die unmittelbar der Verbesserung der Kommunikation mit anderen dienen. Beispiele sind: (1)
genaues Wahrnehmen, (2)
kalibrieren, (3)
spiegeln, (4)
führen, (5) die Herstellung von
Rapport, der Wechsel in den Zuständen von (6)
assoziiert und (7)
dissoziiert sein, (8) das
Augenmuster-Modell, (9) der Einsatz von
Ankern, (10) die Verwendung wechselnder
Wahrnehmungs-Positionen, sowie der Einsatz (11) des
Meta-Modell und (12) des
Milton-Modells. Die Kommunikations-Techniken des NLP werden in der Ausbildung zum NLP-Practitioner vermittelt. Ihr Einsatz im Alltag verlangt in der Regel ein längeres Training.
Komplexe Äquivalenz Äquivalenz kommt vom Lateinischen aequi-valeo: gleich wert sein. Komplexe Äquivalenz liegt vor, wenn zwei verschiedene Aussagen in einer solchen Weise miteinander verbunden sind, das man sie für gleichbedeutend hält: "Wenn Du nicht aufhörst, mit dem Computer zu spielen, dann hast Du mich nicht gern." Komplexe Äquivalenzen gelten als Verletzungen des
Meta-Modells. Sie werden meist den
Verzerrungen zugeordnet (Inke Jochims definiert sie als Untergruppe der
Verallgemeinerungen). Komplexe Äquivalenz ist eine Form der sprachlichen Äußerung von
Beliefs.
Konfusion Verwirrung, Der Zustand von Verwirrung, Verwirrtheit, Unklarheit oder Unsicherheit. Konfusion kann ein inneres
Hindernis für die Erreichung von Zielen sein: es fehlt an Klarheit über die Ziele und die dazu notwendigen Schritte. Konfusion entsteht nach Bandler oft dann, wenn wir über zuviel anstatt zu wenig Informationen verfügen. Konfusion wird im NLP manchmal bewußt eingesetzt, um einen Lernprozeß zu ermöglichen. Beispiele sind Elemente des
Milton-Modells und des
Punch-Reframings. In der Trance-Arbeit nach Milton Erikson (einer der Wurzeln des NLP) findet sich eine Liste von Konfusions-Techniken. Beispiele sind Sätze mit mehreren Verneinungen ("Ich weiß nicht, ob Sie nicht wissen, daß das das Nichtwissen mancher Worte im Lexikon nichts zu bedeuten hat."), zwei hintereinandergestellte Sätze, bei dem ein oder mehrere Worte zugleich das Ende des ersten und der Beginn des zweiten Satzes sind ("Sie lesen diese Sätze sind leicht zu verstehen"), mehrdeutige Worte oder bewußt undeutlich ausgeprochene Worte. Diese Techniken sollen das Bewußtsein verwirren, es mit mehr Informationen füttern, als es sinnvoll verarbeiten kann. Es klammert sich dann - so die Theorie - an den Sinn, der ihm durch die Suggestionen angeboten wird.
Kurze Konfusionphasen können bei NLP-Interventionen manchmal genau in dem Moment beobachten werden, in dem zwei widersprüchliche
Anker verschmelzen (
Misch-Physiologie). Konfusion dieser Art ist ein Indikator für einen Lernprozeß auf einer tiefen Ebene.