Innerer Dialog Wir reden die meiste Zeit innerlich mit uns. Wir hören die meiste Zeit innere Stimmen. Wir führen oft einen inneren Dialog. Der innere Dialog gilt in NLP als auditive (digitale und konstruierte) Repräsentation: es gibt etwas zu hören. Dem inneren Dialog kommt eine große Bedeutung für die Konstruktion unserer subjektiven Realität zu. Bewußtsein ist ein Auswahlprozeß und dieser Auswahl-Prozeß wird durch unseren inneren Dialog begleitet und gesteuert. Im inneren Dalog erklären wir uns, was wichtig und bedeutend ist und welche Deutung wir Ereignissen geben.

Nach NLP kann der innere Dialog meist an einer Bewegung der Augen nach links unten wahrgenommen werden. Der innere Dialog tritt oft in Form eines Zwiegesprächs auf, in Form von Phantasie-Dialogen mit anderen Menschen. Ein belastender innerer Dialog kann ein Ausdruck eines "Kampfes" unterschiedlicher Teile in einer Person sein. Die Inhalte des inneren Dialogs drücken die Beliefs eines Menschen aus, daß was jemand für wahr, wichtig oder bedeutungsvoll hält. Der innere Dialog ist vielen Menschen unbewußt. Es lohnt sich, sich seines inneren Dialoges bewußt zu werden und zu üben, den inneren Dialog bewußt zu steuern.

NLP untersucht den inneren Dialog einer Person anhand seiner auditiven Untereigenschaften. Der innere Dialog kann durch eine Änderung dieser Untereigenschaften in seiner Wirksamkeit auf den inneren Zustand einer Person entscheidend verändert werden. Für die Konstruktion eines erwünschten inneren Dialoges sind alle auditiven Assoziierungs-Techniken geeignet. Erwünschte positive Inhalte werden in NLP durch geeignete Affirmationen und Ziel-Sätze geschaffen und geübt. Zur Milderung eines unerwünschten inneren Dialoges (z.B. von übermächtigen inneren Kritikern) sind alle auditiven Dissoziierungs-Techniken geeignet. Das Ziel der Selbststeuerungs-Techniken des NLP ist auch eine aktive und bewußte Kontrolle des eigenen inneren Dialoges im Alltag.

Innere Repräsentation, interne Repräsentation Im Bewußtsein kreierte Informationsmuster. In NLP wird der sinnliche Zugang zur Welt betont. Alle inneren Repräsentationen (wie Wahrnehmung, Tagträume, Erinnerungen, Zukunftsvorstellungen,...) sind sinnlicher Art und laufen in einem oder mehreren Repräsentations-Systemen ab: in Form visueller Bilder, auditiver Ton-oder Klang-"Bilder", gefühlsmäßigen (kinästhetischen) Sensationen, Geruchs- oder Geschmacks-Eindrücken oder -Vorstellungen. (Mehr dazu unter Repräsentations-Systemen). In NLP werden die inneren (sinnlichen) Repräsentationen in Einzelbausteine zerlegt, die Untereigenschaften genannt werden; z.B. die Helligkeit des Lichts, die dominanten Farben etc. ( Liste von Untereigenschaften). Alle Änderungs-Techniken des NLP laufen letztlich auf eine Veränderung von Untereigenschaften hinaus. Das Ziel der Selbststeuerungs-Techniken des NLP ist das Bewußtwerden innerer Repräsentationen (und ihrer Untereigenschaften) und ihre gezielte Beeinflussung im Alltag.

Innerer Zustand Ein Sammel-Begriff für die innere Befindlichkeit, das innere Erleben, die Summe der gesamten Erfahrung in jedem beliebigen Augenblick, ob jemand z.B. motiviert, energievoll, ruhig oder deprimiert ist. Innere Zustände sind immer zugleich körperliche und geistige (seelische) Zustände. NLP untersucht ein breites Spektrum innerer Zustände: von stuck states auf der einen Seite (das Erleben, in einem negativen, bedrückenden Zustand gefangen zu sein) bis zu Top-Zuständen, meist Moment of Excellence genannt. NLP-geübte Personen erkennen durch genaues Wahrnehmen von Zugangs-Hinweisen innere Zustände bei anderen Menschen, auch ohne daß diese explizit darüber reden.

Alle Modelle des NLP sind eine Klassifikation innerer Zustände. In Beratung, Coaching und Therapie wird versucht, innere Zustände bei anderen zu erkennen, bewußt zu machen, nachzuvollziehen und zu verändern. Standard-Fragen zum Bewußmachen innerer Prozesse sind: "Wie machen Sie das?", "Welche inneren Prozesse aktivieren Sie jetzt?", "Was genau müßte ich machen, daß ich auch in diesem Zustand bin?", "Was müßte ich tun, daß es mir genauso geht, daß ich genauso denke und genauso handle?". Die Produktion innerer Zustände gilt in NLP als komplexes und faszinierendes Phänomen, das im Detail untersucht wird. NLPler richten ihr Augenmerk u.a. auf folgende Fragen: Welche inneren Prozesse laufen in welchen Repräsentations-Systemen ab?, Welche Untereigenschaften spielen eine wichtige Rolle?, Welche Strategien sind erkennbar?, Welche Meta-Programme werden aktiviert? Welche Wahrnehmungs-Filter können erkannt werden?, Welche Beliefs werden für wahr gehalten?, Welches Selbst-Bild wird aktiviert?, usw.

Mit den Methoden des NLP untersuchen Menschen bei sich und bei anderen die Auslöser innerer Zustände: ob und wie sie durch innere oder äußere Ereignisse "verursacht" werden. Der Einfluß äußerer Ereignisse wird durch das Anker-Konzept erfaßt. Anker können kalibrierte Schleifen auslösen und erwünschte oder unerwünschte Regelkreise in Gang setzen.

Der innere Zustand ist eine entscheidende Schlüssel-Variable für die Beeinflussung von Verhalten im NLP. NLP betont die Zustandsabhängigkeit von Verhalten. Verhaltens-Training in NLP ist immer Zustands-Training, wie die Imagination von Ziel-Bildern und die Vorstellung, man könne (früher) belastend elrlebte Situationens in einem Ressourcen-Zustand erleben. NLP wendet sich strikt gegen die Alltags-Theorie, der viele Menschen anhängen, innere Zustände seien letztlich von außen verursacht: durch die eigene Geschichte, andere Menschen, äußere Erfolge oder Mißerfolge, - durch Glück, die Sterne, die Gene oder das Schicksal. NLP betont das Potential im Menschen, seine potentiellen Fähigkeiten, innere Zustände selbstbestimmt zu gestalten. Nur auf äußere Umstände einwirken zu wollen, kann unter Umständen sehr energieraubend sein. In der der Gedanken-Welt des NLP lernen Menschen, ihre inneren Prozesse zu erforschen, wie sie äußeren Ereignissen eine bestimmte Bedeutung geben und wie scheinbare Automatismen in Gang gesetzt und am Leben erhalten werden. Das Ziel der Selbststeuerungs-Techniken des NLP ist das Bewußtwerden innerer Zustände und die Schukugn der Fähigkeit, innere Zustände immer mehr selbst zu gestalten.

Installieren NLP-Techniken, durch die neues Verhalten oder neue Strategien leichter verfügbar gemacht werden sollen. siehe: Strategien installlieren.

Integration Der Begriff Integration (von lat. "Wiedereingliederung) wird im NLP
(1)im Kontext des Begriffes Dissoziation gebraucht: etwas, was dissoziiert (oder separiert) ist (egal, ob vom Therapeuten so vorgefunden oder durch eigenes Handeln kreiiert) wird integriert. Die Integration dissoziierter Physiologien hilft dem Klienten (wobei der Therapeut entsprechende Anker benutzt), Fähigkeiten und Ressourcen in Kontexte zu transferieren, in denen er vor dieser Integration von diese Ressourcen und Fähigkeiten dissoziiert war (Die bekannteste Form dieser Technik ist das History change). Übungs-Anleitung dazu.

(2) Gelegentlich spricht man im NLP, wie in der Gestalttherapie, von einer Integration abgespaltener (Persönlichkeits-) -Teile.

Intention gute Absicht

Interferenzen Hindernisse

Intervention Überbegriff über alle Maßnahmen und Prozesse im NLP, die eine Person mit sich oder anderen bewußt macht, um innere oder äußere Wirkungen zu erzielen. Interventionen bezeichnen die Anwendung bestimmter, abgegrenzter Prozeß-Schritte, die in einer mehr oder weniger vorgegebenen Reihenfolge gemacht werden. (Als Beispiel wird auf das Sechs-Stufen-Reframing verwiesen). Die Abfolge dieser Schritte wird in NLP oft "Übung" genannt, eine Bezeichnung, die sich vermutlich aus dem Seminar-Kontext entwickelt hat. Interventionen können wenige Schritte umfassen (wie das Ankern einer Person mit einer Geste) oder bis zu mehren Dutzend Schritte umfassen. Die Zahl der Schritte ist für die Zeitdauer von Interventionen nicht entscheidend. Interventionen mit vielen Schritten dauern in der Regel lange (bis zu einigen Stunden oder mehreren Beratungs-Einheiten). NLP kennt auch Interventionen über mehrere Schritte (wie z.B. die Installation von Strategien), die in sehr kurzer Zeit (manchmal unter einer Minute) passieren können. NLP in der Tradition als Kurz-Zeit-Therapie ist auf zeitsparende Interventionen konzentriert. Manche NLP-Techniken sind eine effiziente Zusammenfassung von Prozeß-Schritten, die anderen therapeutischen Richtungen eine beachtlich längere Zeit erfordern. (Als Beispiel wird auf die Neuprägung in der Definition von Dilts verwiesen, wo der Kern einer Familien-Rekonstruktion in einer Intervention von vielleicht ein halben oder einer Stunde zu finden ist).

Steve und Connirae Andreas definieren NLP als eine Schachtel, in der drei andere Schachteln enthalten sind. Die Schachteln sind nacheinander zu öffnen. Die äußerste Schachtel ist der Rapport. Ohne Rapport ist NLP unwirksam. Ist Rapport hergestellt, kann man die nächste Schachtel öffnen und die Ziele klären. Die Ziele geben die Richtung für die Anwendung von NLP-Techniken an. Ohne ein Ziel weiß man nicht, was man ändern will und man hat keine Kriterien für die Überprüfung eines möglichen Erfolges. Die nächste Schachtel ist die Ökologie: wie paßt das Ziel mit anderen Zielen in der Person und mit Zielen anderer Menschen zusammen, die als wichtig erachtet werden? Muß es modifiziert werden, in welcher Weise? Wenn das geklärt ist, kommt man zur letzten Schachtel, dem Kern des NLP: seine Änderungs-Techniken.

Die NLP-Begriffe "Intervention", "Technik" und Führen haben für manche Menschen einen negativen Beigeschmack: sie klingen nach Manipulation. NLP als "Programmierungs-Ansatz" grenzt sich manchmal in seinem Sprach-Gebrauch gegen diese Interpretation nicht klar genug ab. Dies hat auch mit seiner Nähe zur Computer-Metapher des Geistes und zum mechanistischen Welt-Bild zu tun, die in der Anfangs-Zeit des NLP häufig vertreten wurden. NLP im Verständnis vieler Menschen, die NLP heute praktizieren und weitergeben, widerspricht dieser Ideen-Welt zutiefst. NLP heute hat mit seiner Selbst-Interpretation aus der Anfangs-Zeit wenig zu tun. NLP heute widerspricht der Computer-Metapher und dem mechanistischen Welt-Bild. Die "Techniken" des NLP sind kein Ausdruck eines rein technischen Verständnisses der Welt. Die "Techniken" des NLP sind nicht NLP. NLP-Techniken sind keine magischen Praktiken, die man nur auf andere anzuwenden hat. NLP funktioniert NICHT. Menschen funktionieren. NLP ist ein Modell um zu verstehen, wie Menschen, ausgestattet mit Bewußtsein, mit der Fähigkeit zur Selbststeuerung, funktionieren.

In-Zeit (In Time) Eine Variante der inneren Zeit-Linie: die Vergangenheit wird meist hinter sich, die Gegenwart im Körper und die Zukunft meist vor sich konstruiert. Zeichung zu Zeit-Linien

Johari-Fenster Eine Klassifikation von Wissen, dargestellt in Form einer 2x2-Matrix. Dabei wird das "was ich weiß" mit dem "was die anderen wissen" kombiniert. Die vier Fenster sind: (1) "ich weiß / die anderen wissen", (2) "ich weiß nicht / die anderen wissen", (3) "ich weiß / die anderen wissen nicht", und (4) "ich weiß nicht / die anderen wissen nicht". In Feld 2 findet die größte Lernmöglichkeit statt. (Wir transportieren z.B. mit unserer Körper-Sprache eine riesige Menge an Informationen, die uns nicht bewußt ist. Andere Menschen wissen potentiell viel mehr über uns als wir selbst).