Imperative Selbst-Analyse Eine Anwendung von NLP auf den "Kern der Persönlichkeit", entwickelt von Leslie Cameron-Bandler. Das imperative Selbst ist ein Selbst, das - meist auf verborgene Weise - die Motive und Absichten eines Menschen lenkt ("imperativ" bedeutet "befehlend"). In der imperativen Selbst-Analyse, abgekürzt, ISA, soll dieses Selbst erkundet werden. Damit soll eine erhöhte Wahlfreiheit erreicht werden, sich selbst über dieses Selbst und seine Zwänge hinausentwicklen zu können. Die imperative Selbst-Analyse ist die linguistische Beschreibung der Kernmuster der persönlichen Organisation eines Menschen, ein umfassendes
Modellieren der ganzen Person. Die Erkundung des Imperativen Selbst wird ermöglicht durch eine komplexe Sammlung von Informationen über die Gefühle / Stimmungen und die darin enthaltenen Lebensthemen eines Menschen. In der ISA geht es nicht um eine einzelne Emotion, sondern um ein ganzes Set von Emotionen.
Das imperative Selbst drückt sich auch in einer "Scheinfrage" oder "Scheinaussage" aus. Die Scheinfrage ist eine Zusammenfassung der grundlegenden
Beliefs, der Grundüberzeugungen eines Menschen (Core Beliefs) in einem Satz oder einer Frage. So stellt sich jemand beispielsweise völlig automatisch und unbewußt in allen Situationen immer wieder die Frage: "Kann ich hier jemanden helfen?" Diese Frage wirkt als machtvoller
Wahrnehmungs-Filter. Sie zwingt ihn dazu, in einer bestimmten Weise zu denken, zu fühlen und zu handeln. Ein anderes Beispiel: Wenn sich jemand fragt: "Weiß ich, wie ich es richtig tun kann?", so drückt sich in dieser Frage die Überzeugung aus, daß es einen richtigen Weg gibt, Dinge zu tun und daß die Aufgabe nur dann erledigt werden sollte, wenn man den richtigen Weg kennt, sie zu erledigen.
Schein-Aussagen und Schein-Fragen stehen nach der ISA im Dienste von "Grundmotiven" (Leitmotiven) einer Person. Diese Haupttriebkräfte werden häufig spürbar als eine Art innerer Zwang oder Druck. Die Erfüllung dieser Motive stellt das höchste Ziel, den höchsten
Wert dar, für dessen Verwirklichung ein Mensch sich (oft erfolglos) einsetzt. Solche Triebfedern sind zum Beispiel Freiheit, Sicherheit, Macht, innerer Frieden, ein Gefühl von Zugehörigkeit, sich ganz lebendig zu fühlen. Ob diese dringenden Wünsche überhaupt erfüllbar sind und ob sie in einer konkreten Situation erfüllt werden, bestimmt darüber, ob die Person sich unglücklich und unzufrieden fühlt, oder ob sie ihr Leben als Blühen und Gedeihen empfindet.
Die ISA besteht aus drei Phasen:
(1) In der Erkundungs-Phase erzählt der Klient von verschiedenen Ereignissen, die in seinem Leben wichtig waren. Der Therapeut/Coach frägt immer nach den Motiven und versucht ein allgemeines Muster, einen roten Faden, hinter den Berichten zu erkennen. Der Klient soll die Erkundung seiner Persönlichkeit auf eine angenehme Weise erleben: er bekommt einen Zugang zu dem, was für ihn im Leben eigentlich zählt. Er entdeckt Gedankengänge, Vorstellungen, Wünsche, die in seiner Seele gut bewahrt möglicherweise Jahrzehnte schlummerten, ohne daß sein Bewußtssein eine Ahnung davon hatte, daß genau diese Werte sein Handeln im Innersten die ganze Zeit über bestimmten. Die Entdeckung des imperativen Selbst ist in der Regel mit einem Gefühl der Erleichterung und einem tiefen Verständnis für die eigene Lebensgeschichte verbunden.
(2) Das Verständnis des inneren Lebenszusammenhanges bildet das Fundament für den Aufbau eines umfassenden neuen Selbstverständnisses (Selbstkonzept), das dem Leben des Klienten die Qualität des Blühens und Wachsens ermöglicht. Dazu gehört:
(3) Der dritte Schritt besteht im Aufbau eines neuen Imperativen Selbsts, in dem die erfolgreichen Anteile des alten aufgehoben sind und das dem Klienten auf ökologische Weise ermöglicht, mehr von dem zu leben, was er ist und was er werden kann. Das Ziel ist die Schaffung einer neuen Landkarte und einer neuen
personalen Identität.
Indirekte Suggestionen Alle Methoden, mit denen innere Zustände anderer Personen beeinflußt werden sollen, ohne dies direkt anzusprechen. Indirekte Suggestionen können verbaler und nonverbaler Art sein. Der bewußte Einsatz des Körpers, z.B. um eine Person in ihrem Atem-Rhythmus zu
führen ist ein Beispiel für eine nonverbale indirekte Suggestion. Beispiele für verbale indirekte Suggestion sind
eingebettete Befehle,
eingebettete Fragen,
negative Befehle und
Zitate. In NLP werden verschiedene Formen von indirekten verbalen Suggestionen im
Milton-Modell zusammengefaßt.
Informations-Sammlung Prozeß der Erkundung der inneren und äußeren Wirklichkeit anderer Menschen. Am Beginn einer NLP-Beratung (einer NLP-Therapie, eines NLP-Coachings, ...) steht immer eine ausführliche Informations-Sammlung unter Einsatz aller
Kommunikations-Techniken des NLP. Aus diesen Informationen formt die Beraterin oder der Berater eine Hypothese über den Kern des Problems und mögliche Abhilfen. Erst dann ist es sinvoll, eine der
Änderungs-Techniken des NLP anzuwenden. In NLP wird (jedenfalls in der Theorie) der Phase der Informations-Sammlung große Bedeutung beigemessen. Ein oft verwendeter Slogan für die zeitliche Aufteilung in einer NLP-Beratung ist: "90 Prozent Information und 10 Prozent Intervention".
Inhalts-Reframing Beim Inhalts-Reframing, meist Bedeutungs-Reframing genannt, wird die Bedeutung eines Problems im gleichen Kontext verändert. Mehr dazu unter
Reframing.
Inkongruenz, inkongruent Gegenteil von
Kongruenz, kongruent. Inkongruenz ist z.B. gegeben, wenn die verbalen und die nonverbalen Signale nicht übereinstimmen. Bei simultaner Inkongruenz geschieht die Nichtübereinstimmung gleichzeitig. Ein Bekannter sagt z.B. "Ich freue mich, daß ich Dich sehe" und geht dabei mit dem Körper etwas zurück. Bei sequentieller Inkongruenz geschieht die Nichtübereinstimmung hintereinander, z.B. wird eine verbale Aussage durch eine nachfolgende nonverbale Äußerung wieder aufgehoben. Jemand sagt: "Ich freue mich auf diese Aufgabe" und schüttelt anschließend den Kopf. Inkongruenzen können sich auch in in der Stimme ausdrücken, wenn Inhalt und
Untereigenschaften (wie Klang, Betonung, Lautstärke) nicht miteinander übereinstimmen. Inkongruenzen sind oft Ausdruck eines inneren Konfliktes, bei dem zwei oder mehrere
Teile miteinander streiten. Eine einfache Klassifikation von vier Arten inkongruenter Kommunikation (in der Definition von Virginia Satir) findet sich in den
Satir-Kategorien. Die
Wahrnehmungs-Techniken des NLP zielen auch darauf hinaus, inkongruentes Verhalten zu erkennen und darauf angemessen zu reagieren. Das Ziel der
Veränderungs- und
Selbststeuerungs-Techniken des NLP ist die Herausbildung einer kongruenten Persönlichkeit.