Auslöser Ein Reiz aus dem Umfeld einer Person, der auf diese Person einwirkt und eine Wirkung erzielt. Auslöser unterscheiden sich nach Gordon von Anker durch die Art der Beschreibung. Auslöser sind "das Umfeld-Ereignis selbst" (z.B.: eine Person A berührt eine Person B an der Schulter: die Berührung durch A ist für B ein Auslöser). Anker hingegen sind "die Wahrnehmung eines Umfeld-Ereignisses" oder "die Erfahrung der Umgebung" (durch die Person B). Auslöser kann man "objektiv" ("von außen") beschreiben, während Anker eine mehr "subjektive" Kategorie sind (die Wahrnehmung von B, die "Innen-Welt" von B). In den meisten NLP-Texten wird diese Unterscheidung nicht getroffen: Auslöser sind
Anker.
Autotelisches Selbst Eine Wortschöpfung aus dem Griechischen. Autos bedeutet Selbst und Telos ist das Ziel. Ein autotelisches Selbst ist ein Selbst, das sich selbst Ziele setzt. Csikszentmihalyi charakterisiert mit diesem Ausdruck Menschen, die "glücklich" leben. Sie verfügen über die Fähigkeit, auch widrige äußere Umstände in optimale innere Erfahrungen (von ihm "flow" genannt) zu verwandeln. Menschen mit dieser Fähigkeit besitzen nach ihm folgende Merkmale:
(1) Sie sind andauernd auf der Suche nach neuen Herausforderungen, setzen sich selbstbestimmte Ziele, bemühen sich um die Entwicklung notwendiger Fähigkeiten und lenken ihre Aufmerksamkeit auf die Folgen ihrer Handlungen.
(2) Sie sind konzentriert und vertiefen sich in die Handlung.
(3) Sie richten ihre Aufmerksamkeit im Tun ganz auf das Tun und auf das Geschehen während des Tuns.
(4) Sie erfreuen sich intensiv an der unmittelbaren Erfahrung im Tun.
Der Ansatz von Csikszentmihalyi ist mit vielen Aspekten des NLP und mit seinen
Grundannahmen vereinbar. Beispiele für Gemeinsamkeiten und Ähnlichkeiten sind: die
Ziel- und
Ressourcen-Orientierung, die Forderung nach Feedbackhaltung, die Fähigkeit von
up-time und zum Zugang zu den Gefühlen des
Körpers, der Gedanke der
Selbststeuerung und die Betonung subjektiver Erfahrungen: "Subjektive Erfahrungen ist nicht nur ein Aspekt des Lebens, sie ist das Leben selbst." .
Auswahl-Prozeß des Bewußtseins Der Gedanke der Auswahl ist zentral für ein
konstruktivistisches "Verstehen" von
Bewußtsein (In meinem Verständnis ist NLP ein konstruktivistischer Ansatz). Was Menschen wahrnehmen (was sie "für-wahr-nehmen"), ist ein winziger Ausschnitt der Informationen, die über die Sinne aufgenommen und vom Gehirn verarbeitet werden. Das Auge sendet pro Sekunde mindestens 10 Millionen Bit an das Gehirn, die Haut 1 Million, das Ohr 100.000 und der Geschmacksinn ungefähr 1000 Bit. Alles in allem sind das mehr als 11 Millionen Bit / Sekunde. Im Bewußtsein erscheint ein unglaublich winziger Teil, vielleicht 10 Bit / Sekunde: ein Millionstel dessen, was wir über die Sinne aufnehmen.
Der enorme Auswahl-Prozeß der Wahrnehmung wird ganz entscheidend von früheren Erfahrungen, vom
Gedächtnis, beeinflußt. Wahrnehmen ist Umgestalten von Informationen anhand erlernter
Wahrnehmungs-Filter: Wir nehmen stets durch die "Brille" unseres Gedächtnisses wahr; denn das, was wir wahrnehmen, ist durch frühere Wahrnehmungen entscheidend mitbestimmt.
Dazu einige Zahlen:
Das Gehirn hat, so schätzt man, eine Billion Nervenzellen, - das sind tausend Milliarden, eine Eins mit 12 Nullen. Diese Billion Nervenzellen sind durch mindestens eine Trillion Verknüpfungspunkte verbunden (Synapsen genannt), das sind tausend Billionen. Jede dieser Synapsen hat viele, vielleicht hundert Freiheitsgrade. Das Gehirn ist wie ein riesiger Kosmos, der sein Eigenleben führt. Nur ein überraschend kleiner Teil des Gehirns beschäftigt sich direkt mit Wahrnehmungs-Prozessen. Kaum mehr als einige Millionen Nervenzellen haben mit der primären Sensorik, den Sinnesorganen, und der Motorik zu tun. Die zentrale Erregungsverarbeitung und Auswertung hingegen wird von mindestens 500 Milliarden Zellen bewerkstelligt. Das heißt: auf jede Nervenenzelle, auf jedes Neuron, das primäre Sinneseindrücke verarbeitet, "kommen rund hunderttausend Neuronen, die diese "Information" weiterverarbeiten, mit früherer Erfahrung vergleichen und zur Konstruktion kognitiver Wirklichkeit benutzen.
In dieser Deutung hat Bewußtsein immer mit
Modell-Bildung zu tun. Dafür sind auch jene Prozesse bedeutsam, die NLP im
Meta-Modell beschreibt: die
Tilgung, die
Verzerrung und die
Verallgemeinerung von Informationen. In der konstruktivistischen Interpretation wird der enge Zusammenhang von Wahrnehmung und
Beliefs betont: Menschen nehmen nicht das wahr, "was ist" (im Konstruktivismus gibt es keine "objektive Realität"), sondern das, was einem (unbewußten) Modell der "Außen-Welt" entspricht. Menschen "sehen" nicht "die Welt", sondern ihr Modell der Welt, ihre Beliefs über die Welt. Wahrnehmen ist kein (reines) Ab-Bilden, sondern ein (unbewußtes) Konstruieren.